Rechnungsamtsleiter Roland Frank stellte in der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend erleichtert fest: „Der erste volle Jahreszyklus nach Rechnung des neuen kommunalen Haushaltsrechts ist abgeschlossen.“ Dazu legte er den Gemeinderäten ein umfangreiches Zahlenwerk vor und er erläuterte den Rechnungsabschluss 2018 ausführlich.

Der Ergebnishaushalt schließt mit einem Gesamtergebnis von 103.366,20 Euro (Überschuss) ab. Das Ergebnis gliedert sich in ein ordentliches Ergebnis von 87.671,51 Euro (Überschuss) und ein außerordentliches Ergebnis von 15.694,69 Euro. Das ordentliche Ergebnis ist um 197.671,51 Euro besser als geplant ausgefallen. Was eine positive Abweichung von 2,99 Prozent bedeutet.

Steuereinnahmen

Die Gewerbesteuer ist ein westlicher Eckposten im Haushalt der Gemeinde. Im Haushaltsplan war er mit 450.000 Euro angesetzt. Am Jahresende lag das Steueraufkommen bei 483.000 Euro. Dies sei zwar mehr als erwartet, aber dennoch liege das Ergebnis deutlich unter den Rekordergebnissen frühere Jahre (2017 waren es 697.000 Euro. Die Erträge aus der Einkommensteuer lagen 2018 bei 1,334 Millionen Euro und damit um rund 21.000 Euro über dem Plan.

Betreuungskosten

Die Gemeinde konnte an Gebühren 32.000 Euro mehr einnehmen als geplant. Die Kosten für das Personal sind auf 25,2 Prozent (Vorjahr 23,5 Prozent) gestiegen. Erhöht hat sich aber auch der Personalbestand von 24,1 auf 27,5 Vollzeitarbeitsplätze, was vor allem im Bereich der Kinderbetreuung durch einen höheren Betreuungsansatz im Kindergarten Wespennest anzusiedeln ist.

Kinder- und Jugendförderung

Eines der Hauptmerkmale des Haushaltsplanes bildet das Thema Kinder- und Jugendförderung. An reinen Aufwendungen musste die Gemeinde dafür 1,064 Millionen Euro aufbringen. Laut dem Rechnungsamtsleiter seien dies 15,5 Prozent der ordentlichen Aufwendungen des Ergebnishaushalts. Das sei der bisher höchste jemals erreichte Betrag, betonte Frank.

Schulhausneubau

Für das Projekt Schulhausneubau wurden im Haushaltsplan 2018 Haushaltsmittel für die weiteren Schritte der Objekt- und Fachplanung bereitgestellt.

Für das Vorhaben wurden rund 96.000 Euro weniger als erwartet ausgegeben. Dies bedeute aber keine Verbesserung des Haushalts. Da die Ausgaben nur Zeitlich verschoben seien. Für den Schulhausneubau rechnet Frank in den kommenden Jahren mit einer Summe von rund 1,080 Millionen Euro, die die Gemeinde an Eigenmitteln aufbringen muss. Ein Großteil der dazu notwenigen Mittel werden über den Ausgleichsstock finanziert.

Noch nicht ins Gewicht der Jahresrechnung 2018 fallen die Investitionen für das vierte Projekt im Bereich des Schulhausneubaus, den Umbau des Bestandsgebäudes. Haushaltsmittel werden dafür erstmals im Haushalt 2020 eingeplant.

Kreditaufnahmen

Frank berichtete, dass die Ausstattung der Gemeinde mit liquiden Mitteln in 2018 und wohl auch Ende 2019 gut seien und besser als in den beiden Haushalten geplant. Als Ursachen nannte er zum einen eine Verbesserung des Ergebnishaushalts und zum anderen die zeitlich verschobenen, später anfallenden Auszahlungen für Investitionen.

Bei genauer Betrachtung ergebe sich jedoch im Hinblick auf kommende Jahre eine erhebliche Liquiditätslücke, die ohne Fremdmittel, sprich Kredite, nicht geschlossen werden können, betonte Frank.