Das Herrischrieder Schulhausprojekt der Gemeinschaftsschule steht finanziell auf wackeligen Füßen. Das Kultusministerium gibt nicht mehr Geld und trotz Einsparungen auf allen Ebnen würde eine Umsetzung des Projekts den finanziellen Spielraum der Gemeinde für andere Investitionen, unter anderem auch für den Breitbandausbau, nahezu auf null setzen. Noch in diesem Jahr sollen die Bürger an einer Einwohnersammlung zu diesem Thema informiert werden.

Votum für den Neubau

Der Gemeinderat und die Verwaltung sprachen sich am Dienstagabend trotz extremen finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt der Gemeinde für den Neubau aus. Lediglich Grünen-Gemeinderat Klaus Stöcklin stimmte gegen den Beschluss. Ihm wäre es wichtig gewesen, vor der endgültigen Zusage zum Neubau, die Meinung der Einwohner dazu zu hören.

Kosten könnten aus dem Ruder laufen

Bürgermeister Christof Berger erörterte eingangs, dass das außergewöhnliche Projekt extreme Auswirkungen auf die Gemeinde haben werde, aber auch extrem wichtig sei. Er gab auch zu bedenken, dass es sich bei der Betrachtung der Kosten zum Projekt nicht nur um die reinen Baukosten drehe, sondern auch die nicht unerheblichen Folgekosten, unter anderem Personal-, Schulbetriebs- und Unterhaltskosten, im Auge behalten werden müssten. Er räumte aber auch ein, dass die Kosten aus dem Ruder laufen könnten.

Finanzhilfen über Sponsoring

„Wir sind so weit gegangen, wir können jetzt nicht abbrechen“, argumentierte CDU-Gemeinderat Hanspeter Kohlbrenner und er fügte an, nicht dass es am Ende nur heißen wird, dass so weitergemacht werde wie bisher. Auch Dirk Bürklin (Grüne) bekräftigte den Entschluss: „Wir machen weiter.“

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Er betonte aber auch, dass die Gemeinde finanzielle Unterstützung, eventuell auch über Sponsoring, für das Projekt brauche. Bürklin mahnte zudem an: „Wenn wir das Projekt noch weiter rausziehen, dann sind die Schüler weg.“

Einsparungen von 812 011 Euro

In Herrischried wurde nach Kürzungsmaßnahmen im Februar 2017 erneut der Rotstift angesetzt und Streichungen auf allen Ebenen der bisherigen Planung getätigt. Herausgekommen ist ein Gesamteinsparpotenzial gegenüber der Schätzung vom April dieses Jahres von 812 011 Euro, wie Berger berichtete. Sollten sämtliche Einsparvorschläge umgesetzt werden, reduzierten sich die Projektkosten für den Schulhausneubau von 6,453 auf 5,641 Millionen Euro. Durch die vorausgegangenen Kürzungen der Flächen reduzieren sich aber auch die Zuschusskosten.

Förderungen und Kredite

Für die Gemeinde bleibt nach den neusten Rechnungen und nach Abzug der Fördergelder immer noch ein Eigenanteil von rund 1,3 Millionen Euro, den es zu stemmen gilt. Darin enthalten ist eine Kreditaufnahme in Höhe von 800 000 Euro. Das Landratsamt (Kommunalamt) hatte der Gemeinde zunächst einen Kreditrahmen von 500 000 Euro zugestanden, schlussendlich den Kreditrahmen aber auf maximal 800 000 Euro erhöht.

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Aus dem Stuttgarter Kultusministerium ist trotz persönlichen Vorsprechens Bergers keine Ausweitung des Förderrahmens zu erwarten. Sollte das Projekt umgesetzt werden, wird es erhebliche Auswirkung auf den Gemeindehaushalt haben und vermutlich auch zu Erhöhungen von Gebühren und Steuern führen. In Sachen Breitbandausbau betonte Berger, dass keine weiteren Kosten oder ein Kostenrisiko für den Haushalt tragbar seien. Die führe vermutlich auch zu höheren Anschlussbeiträgen als in Nachbargemeinden.

Infoveranstaltung für die Bürger

Trotz allen Widrigkeiten und finanziellen Risiken halten der Gemeinderat und die Verwaltung an den Neubauplänen fest. Sie wollen damit auch der Bevölkerung zeigen, dass sie hinter dem Projekt stehen, wie sie betonen. Es soll zudem ein Signal an die Eltern sein, ihre Kinder in Herrischried auf der Schule anzumelden.

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Allerdings wird ein Schulbetrieb in den neuen Räumen frühestens in zwei Jahren möglich sein. Dann soll aber immer noch nicht Schluss sein mit den Bauarbeiten, denn in einem weiteren, vierten, Bauabschnitt ist vorgesehen vor allem die Fachräume im Bestandsgebäude zu Klassenräumen und Lernateliers, um zu bauen. Zustimmung gab es vom Gemeinderat auch dahingehend, den Zuschussantrag für diesen Projektteil zu stellen.

Möglichst in diesem Jahr soll die Bevölkerung an einer Einwohnerversammlung über das Projekt informiert werden. Ein Termin wurde noch nicht genannt.