„Der Haushalt 2020 kann angesichts der bisher vorliegenden Zahlen eigentlich nicht so schlecht sein, aber eine Neuverschuldung, vor allem wegen des Schulhausneubaus, wird unumgänglich sein“, prognostizierte Rechnungsamtsleiter Roland Frank in der letzten Sitzung des Gemeinderats in diesem Jahr, am Montagabend. Das Planungsziel sei jedenfalls ein ordentlicher ausgeglichener Ergebnishaushalt, betonte Frank.

Allerdings waren alle von Frank vorgelegten Zahlen vorläufig. Bedingt durch zeitliche Abläufe konnte Rechnungsamtsleiter Frank zur Sitzung keine verbindlichen Unterlagen zur Verfügung stellen. In der ersten Sitzung des Gemeinderats im neuen Jahr, am 27. Januar, soll der Haushalt dann mit aktuellen und verbindlichen Zahlen beraten und verabschiedet werden.

„Es ist das erste Mal, dass wir gänzlich ohne Sitzungsunterlagen den Haushalt ins Visier nehmen“, betonte Bürgermeister Christof Berger. Roland Frank berichtete, dass ein sehr intensives Jahr hinter der Kämmerei liege. Gründe dafür sind in der aufwendigen Umstellung der Haushaltsführung auf das neue kommunale Haushaltsrecht (NKHR) zu sehen. Den Gemeinderäten konnte er deshalb nur wenige Kennzahlen bekanntgeben. Zudem definierte er wesentliche Faktoren des Haushalts und er erklärte den Aufbau des doppischen Haushalts, wie er in Herrischried nun angewandt wird.

Der Ergebnishaushalt gestalte sich nach derzeitigem Stand im Planansatz (2.717.000 Euro) mit einem Plus von rund 200.000 Euro deutlich besser als 2019 (Planansatz 2.514.000 Euro). Risiken sieht Frank allerdings in der Entwicklung der Konjunktur, damit verbunden sind Einnahmen aus der Gewerbesteuer und die Zuwendungen im Bereich des Finanzausgleichs. Risiken werden auch im Gebiet der Personalkosten und der Sachkosten gesehen.

Beide Bereiche werden laut dem Rechnungsamtsleiter nach den Berechnungen gegenüber 2019 um 2,5 und 2,0 Prozent zulegen. Im Personalbereich wird es zur Jahresmitte neue Tarifverhandlungen geben und bei den Sachkosten werden die Inflationsrate und Unvorhergesehenes verknüpft mit der Entwicklung der allgemeinen Finanzen, einen geringeren Spielraum für Außerordentliches bewirken. Nach derzeitigem Planungsstand sieht Frank im Ergebnishaushalt einen Überschuss von rund 31.000 Euro. Gegenüber dem Haushaltsplan von 2019, der ein geplantes Defizit von 60.000 Euro vorsah, bedeute dies eine Verbesserung. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, kommentierte Frank allerdings mit einem Fragezeichen.

Investitionen werden 2020 vor allem im Schulhausneubau, beim Breitbandausbau, bei der Feuerwehr die ein neues Fahrzeug für Hogschür und eine Umstellung auf Digitalfunk erhalten wird, im Bereich Abwasser /Fremdwassereliminierung im Bereich Obere Wehrhalden und in der Erneuerung der Kammerfilterpresse der Kläranlage Murgtal, notwendig sein. Eine Neuverschuldung wird durch diese Projekte unumgänglich sein, so Roland Frank.