Der Herrsichrieder Gemeinderat hat sich dazu entschlossen, es einer Reihe von weiteren Städten in ganz Deutschland gleichzutun, und trotz fünf Gegenstimmen den Klimanotfall auszurufen. Von Grünen Gemeinderat Dirk Bürklin stammte der Vorstoß zu diesem Punkt. Das Ausrufen des Klimanotfalls habe für die Gemeinde keine bindende Wirkung. Er ist viel mehr dahingehend zu sehen, ein klares Signal nach außen zu setzen, berichtete Bürklin. 

Gerade im Hinblick auf die drohende Klimakatastrophe appellierte Bürklin an den Gemeinderat: „Die Notwendigkeit etwas zu tun ist da.“ Dennoch stimmten vier Gemeinderäte aus den Reihen der Freien Wähler und Bürgermeister Christof Berger dagegen. Erst kürzlich lehnte der Gemeinderat Murg den Antrag der SPD-Fraktion zu diesem Ansinnen ab.

Und auch in Herrischried stand die Frage im Raum: „Brauchen wir das?“ Denn die Gemeinde mache ja schon recht viel auf diesem Gebiet, argumentierte Nicole Allgaier (CDU). Hannelore Thiel (FW) sah Konflikte in Sachen Klimaschutz und Förderung des Tourismus, beispielsweise mit dem kürzlich aufgegriffenen Ansinnen, ein großes Hotel in Herrischried zu errichten. „Das beißt sich“, betonte sie, denn die Touristen müssten ja beispielsweise mit dem Auto nach Herrischried kommen.

Bürgermeister Christof Berger argumentierte, dass es viele Möglichkeiten gäbe, für den Klimaschutz etwas zu tun, aber unter dem Strich seien die meisten Maßnahmen für die kleine und finanzschwache Gemeinde nichts, da sie schlichtweg zu teuer seien. Den finanziellen Aspekt hatte auch Manfred Krüger (FW) im Blick, der keine finanziellen Mittel für die Aktion sah. Berger sah allerdings relativ wenig Möglichkeiten, dass durch das bisheriges Verhalten der Gemeinde oder durch eine dahingehende Änderung eine nennenswerte CO2-Einsparung zu erreichen sei.

Neben der Ausrufung des Klimanotfalls beschloss der Gemeinderat, und diesmal einstimmig, bei allen relevanten Beschlüssen die Auswirkungen auf das Klima sowie die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Nachhaltigkeit besonders zu berücksichtigen.

Warum „Klimanotfall„?

Der Begriff „Klimanotstand„ gab in der Vergangenheit Anlass zu kontroversen Diskussionen, stattdessen sollte nun der international übliche Begriff „Klimanotfall„ verwendet werden, so die Begründung der Verwaltung zur Begrifflichkeit.

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