Die fehlende Breitbandversorgung im ländlichen Raum, die auch Herrischried tangiert, macht es erforderlich, dass nun die Kommunen weiter aktiv werden, um die erforderliche Infrastruktur zu schaffen. Die Gemeinden Rickenbach und Herrischried wollen die Synergien, die sich aus einer gemeinsam abgestimmten Planung und Umsetzungskonzeption sowie gemeinsamen Bauausschreibungen ergeben, ausnützen. Zu diesem Zweck soll eine Vereinbarung über die interkommunale Zusammenarbeit zur Verbesserung der Breitbandversorgung zwischen den beiden Gemeinden getroffen werden.

Einstimmigkeit im Gemeinderat

Dem Herrischrieder Gemeinderat lag am Montagabend in der ersten Sitzung nach der Sommerpause dazu der Entwurf einer Vereinbarung über die interkommunale Zusammenarbeit mit der Gemeinde Rickenbach vor. Alle Gemeinderäte stimmten dem zu.

„Wir sind dran“, betonte Bürgermeister Christof Berger, allerdings wollte er sich nicht festlegen, bis wann mit der Fertigstellung gerechnet werden kann. Max Arzner, der bereits im Mai letzten Jahres mit der Erstellung eines Masterplans beauftrag wurde, erklärte den Gemeinderäten, dass er die Planung, die als Grundlage der späteren Antragstellung dient, voraussichtlich bis Ende Oktober fertig haben wird.

Know-how bleibt in der Hand der Gemeinden

Die Vereinbarung dient dazu, dass optimale Fördermöglichkeiten aber auch eine Wertschöpfung geschaffen werden können und das notwendige Know-how soll in der Hand der Gemeinden bleiben. Insbesondere durch gemeinsames Handeln können Synergien bestens genutzt werden.

Mit einem gemeinsamen Vorgehen soll ein effektiver und wirtschaftlicher Bau der Ortsnetzte, ebenso eine gute Einbindung in das sogenannte Backbone-Netz des Landkreises Waldshut, erreicht werden. Die anfallenden Kosten werden ebenfalls wie die zu erwartenden Zuschüsse getrennt nach den jeweiligen Gemarkungen aufgeschlüsselt.

Schematische Darstellung zum Ausbau des Backbone-Netzes in der Region.
Schematische Darstellung zum Ausbau des Backbone-Netzes in der Region. | Bild: Charlotte Fröse

1323 Wohneinheiten im Blick

Federführend bei der Aktion wird die Gemeinde Herrischried sein. In der Gesamtgemeinde Herrischried können 987 Gebäude mit 1323 Wohneinheiten angeschlossen werden. 115 Baulücken sollen zudem berücksichtigt werden.

Der Gemeinderat Herrischried hat im Februar beschlossen, den Auftrag zur Übertragung der Daten aus dem Masterplan an das Büro Tillig Geomatics zu übergeben. Im März fand eine Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandausbau in den Gemeinden Rickenbach und Herrischried statt.

Andreas Nauroth, Planer Zweckverband des Landkreises (Mitte), erläuterte an der Infoveranstaltung im März Interessierten das Prinzip des Breitbandausbaus.
Andreas Nauroth, Planer Zweckverband des Landkreises (Mitte), erläuterte an der Infoveranstaltung im März Interessierten das Prinzip des Breitbandausbaus. | Bild: Charlotte Fröse

Wann konkret mit dem Breitbandausbau begonnen werden kann, steht jedoch noch nicht fest. Zumindest wird mit der Vereinbarung ein weiterer wichtiger Schritt zur Verwirklichung getätigt.