Auch in Herrischried formieren die örtlichen Gliederungen der politischen Parteien und kommunalpolitischen Vereinigungen im Augenblick ihre Teams für die Kommunalwahl am 26. Mai. Nach Lage der Dinge werden wie 2014 die CDU, die Freien Wähler und die Grünen in Herrischried mit eigenen Listen antreten. Keine eigenen Wahllisten werden in Herrischried aller Voraussicht nach die SPD und ganz sicher die AfD und die Linke aufstellen.

Fünf von zwölf hören auf

Bei den Wahlen 2014 hatte sich die CDU mit 40,5 Prozent der Stimmen als stärkste kommunalpolitische Kraft behauptet und stellt wie bereits davor fünf der zwölf Gemeinderäte. Die Freien Wähler erzielten 36,3 Prozent und gewannen nur noch vier Sitze, einen weniger als 2009. Die Grünen kamen 2014 mit 23,2 Prozent erstmals auf drei Sitze. Von den zwölf damals gewählten oder später nachgerückten Gemeinderäten treten 2019 fünf nicht mehr an: Bei der CDU Helmut Eckert, Bernhard Kühnel und Hanspeter Kohlbrenner, bei den Freien Wählern Manfred Krüger, bei den Grünen Klaus Stöcklin.

CDU steht vor Generationswechsel

Vor einem Generationswechsel steht die Herrischrieder CDU. Gleich drei ihrer fünf amtierenden Gemeinderäte gehen nicht mehr ins Rennen: Neben Bernhard Kühnel (Gemeinderat seit 2009) und Hanspeter Kohlbrenner (Gemeinderat seit 1999) vor allem der bisherige Stimmenkönig und erste Bürgermeisterstellvertreter Helmut Eckert (Gemeinderat seit 1980). Seit vier Jahrzehnten fast gehört der Malermeister dem Herrischrieder Gemeinderat an. Mit 1087 Stimmen hatte er vor fünf Jahren das mit weitem Abstand beste Ergebnis sämtlicher Bewerber aller Listen erzielt und fast ein Viertel des gesamten CDU-Ergebnisses eingefahren.

Nominierung am 2. Februar

Bereits seit Juni sucht die Herrischrieder CDU nach geeigneten Bewerbern. "Wir befinden uns in mehreren, intensiven Gesprächen. Fest zugesagt haben bisher acht Kandidaten", erklärt Gemeinderat Christian Dröse, neben Martin Booz der einzige amtierende CDU-Gemeinderat, der erneut kandidiert. Rund 20 Mitglieder zählt der Ortsverband der Christdemokraten. Auf der CDU-Liste können aber auch parteiunabhängige Bewerber kandidieren. Ihre Wahlliste will die CDU bei der Hauptversammlung des Ortsverbands am 2. Februar nominieren.

Drei Freie machen weiter

Die Freien Wähler konnten ihr bisheriges Gemeinderatsteam weitgehend zusammenhalten. Von den vier Mandatsträgern will nur Manfred Krüger (Gemeinderat seit 2014) nicht weitermachen. Bürgermeister-Stellvertreterin Ingrid Grieshaber tritt ebenso wieder an wie Michael Arzner und Hannelore Thiel. Diese drei erzielten 2014 auf der Wahlliste der Freien Wähler auch die besten Einzelergebnisse.

Mindestens vier Sitze als Ziel

Die Freien Wähler haben sich zum Ziel gesetzt, ihre vier Sitze auf jeden Fall zu halten. Seit Mai des vergangenen Jahres suchen sie verstärkt nach Bewerbern. Dafür kommen nicht nur ihre fast 80 Mitglieder in Frage sondern im Prinzip jeder Herrischrieder Bürger. Zu kommunalpolitischen Themen organisierten die Freien Wähler immer wieder Stammtische – mit bescheidenem Erfolg. "Das Interesse war eher verhalten, weshalb wir keinen Grund gesehen haben, das zu intensivieren", erklärte Manfred Krüger.

Stöcklin hört altershalber auf

Für die Grünen werden sich Bürgermeisterstellvertreter Ulrich Gottschalk und Dirk Bürklin im Mai bei den Bürgern um die Erneuerung ihres Mandats bewerben. Nur Klaus Stöcklin, der im November 2016 für Marianne Husemann in den Gemeinderat nachrückte, wird aus Altersgründen kein weiteres Mal mehr antreten. "Ich werde dieses Jahr 75. Ganz sicher werde ich nicht mit dem Rollator zu Sitzungen erscheinen", scherzte Stöcklin.

Grüne wollen mehr Frauen im Rat

Auch die Grünen, die im ganzen Hotzenwald eigenen Angaben zufolge etwa 30 Mitglieder haben, sind schon längere Zeit auf der Suche nach geeigneten Bewerbern. "Wir sammeln immer noch fleißig Zusagen. Es werden täglich mehr. Vor allem versuchen wir Frauen zu motivieren", sagt Bernd Wallaschek. Die Erhöhung des Frauenanteils im Gemeinderat ist auch kommunalpolitisches Ziel der Grünen.