Landwirte leben mit dem Wetter und richten täglich einen Blick gen Himmel. Denn viele Bauern warten oft, auf den richtigen Zeitpunkt für die Heuernte. Es ist ein Glücksspiel mit dem Wetter und der Zeit. Doch in diesem Jahr „hat alles gepasst“, wie Clemens Speicher, Vorsitzender des BLHV Kreisverbandes Bad Säckingen, die Heuernte 2018 auf dem Hotzenwald bilanziert. Alle nutzten die Sonnentage, um das Winterfutter rechtzeitig unters Dach zubringen. Die diesjährige Heuernte sei auf jeden Fall besser, als die des vergangenen Jahres. "Denn im Vorjahr war es nass und kalt, als das Gras hätte wachsen sollen." Auch Hannelore Thiel, Landwirtin aus Herrischried, ist zufrieden, auch wenn die diesjährige Heuernte nicht an die letzte Rekordernte von 2016 heranreiche und demnach eigentlich „nichts Besonderes“ ist. Thiel: „Es ist das, was man erwarten kann und wir kommen gut damit aus.“

Gutes Heujahr ist viel Wert

So geht es vielen Landwirten mit der Heuernte – einfach ein gutes Heujahr ist schon viel Wert. Der April war zwar sehr trocken und warm, aber der Mai hat das Niederschlagsmanko fast wieder aufgeholt und das Gras ist nach den Regenfällen zu Christi Himmelfahrt buchstäblich geschossen. Damit konnte selbst auf dem Wald verhältnismäßig früh gemäht werden. Zudem waren die beiden vergangenen Wochen trocken genug und so konnte das Heu gut auf den Wiesen austrocknen. Fast überall sind Quader und Ballen regenfrei dieser Tage eingefahren worden.

Qualität des Heus stimmt

Wie Clemens Speicher informiert, stimmt in diesem Jahr vor allem die Qualität des Heus, auch wenn beim Heuschnitt nicht der Maximalertrag erreicht wurde. Aber gerade als Futter für die Tiere spiele eher die Qualität des Heuschnitts, als die Quantität die Rolle. Denn Heu, das zum Zeitpunkt der Gräserblüte ab Ende Juni, Anfang Juli geerntet werden kann, weist einen guten Nährstoffgehalt auf. Der Zelluloseanteil, der das Gras später hart werden lässt und die Futterqualität zumindest für Nutztiere mindert, ist dann noch nicht so hoch. Dieses Verhältnis ist auch der Grund, warum das Heu vieler Landschaftspflegeflächen, auf denen aus naturschutzfachlicher Sicht erst Mitte Juli und später gemäht werden darf, oft nur noch als Pferdefutter oder sogar nur noch als Einstreu verwendet werden kann. Vielleicht hat manch einer nicht ganz so viel Glück gehabt, waren doch die Gewitter- und Regenfronten der vergangenen Monate lokal sehr unterschiedlich verteilt.

Glück mit dem Wetter

So sei im Wiesental die Heuernte längst nicht so gut ausgefallen, wie auf dem Hotzenwald, wissen mehrere Landwirte zu berichten. Der Hotzenwald hatte in diesem Jahr einfach mal Glück im Spiel um Wind, Sonne und Regen. Zumindest für die Heuernte. Wenn die Öhmdernte, der zweite Schnitt, ebenso gut ausfallen soll, ist zeitnah dringend Regen erforderlich, denn die Böden sind nach der langen Trockenperiode tiefgründig ausgedörrt.