Bereits Ende Dezember hatte der Gemeinderat den Haushalt 2020 vorberaten, allerdings konnte zu diesem Zeitpunkt Rechnungsamtsleiter Roland Frank nur vorläufige Zahlen vorlegen. In der ersten Sitzung im neuen Jahr, am Montagabend, holte er dies nach. Nur wenige Punkte wurden korrigiert. Ohne Diskussion verabschiedete der Gemeinderat den Haushalt 2020, der eine Neuverschuldung von 800.000 Euro beinhaltet. Die Deckungslücke beträgt insgesamt 1.092.600 Euro. An Eigenmitteln muss die Gemeinde noch 292.600 Euro aufbringen.

Das könnte Sie auch interessieren

Vor allem hohe Investitionen für den Schulhausneubau, die Sanierung des Schulbestandsgebäudes und Projekte im Trinkwasser- und Abwasserbereich der Gemeinde machen die Neuverschuldung notwendig. Durch Zuschüsse und Gelder aus dem Ausgleichsstock kann die Gemeinde die Projekte stemmen. Denn die tatsächlichen Kosten liegen um ein vielfaches höher.

Das könnte Sie auch interessieren

Aber auch eher kleinere Investitionen wie in den Breitbandausbau, in ein neues Fahrzeug und in die Digitalfunktechnik der die Feuerwehr, den Umbau einer Gemeindewohnung zur Arztpraxis, in die EDV des Rathauses und des Gebäudes als solches, oder in die Sanierung der elektrischen Anlagen im Campingplatz, schlagen zu Buche.

Für den Straßenunterhalt, der bei den Bürgern immer wieder für Unmut sorgt, da das Straßennetz nicht im besten Zustand ist, steht auch in diesem Jahr nur ein relativ geringer Geldbetrag zur Verfügung. Bürgermeister Christof Berger sagte in Anbetracht dieser Tatsache bedauernd: „Manches Loch in den Straßen wird bleiben.“ Rechnungsamtsleiter Roland Frank ging zudem auf die mittelfristige Finanzplanung bis ins Jahr 2023 ein. Klar wurde, dass es auch in den kommenden Jahren Neuverschuldungen in der Gemeinde geben wird. Denn vor allem die großen Projekte um den Schulbau und die Wasser- und Abwasserproblematik werden Investitionen auf den Plan rufen.

Auch Preissteigerungen im Bauwesen, was im Besonderen den Schulbau betrifft, stellen ein erhöhtes Risiko dar, wie Bürgermeister Berger erklärte. Bis jetzt hielten sich die Kosten rund um den Schulbau im Kostenrahmen, berichtete Berger.

Für das kommende Jahr 2021 rechnet Frank mit einer weiteren Aufnahme von Krediten in Höhe von 900.000 Euro und auch für das Jahr 2022 rechnet er mit 500.000 Euro an Krediten, die auf die Gemeinde zukommen. Zudem ist die Gemeinde abhängig vom Finanzausgleich und den Einnahmen aus der Einkommensteuer, die jedoch nicht wirklich kalkulierbar seien, wie Frank betonte.

Auch im Bereich des Personals bestünden immer wieder, vornehmlich durch Tarifänderungen, finanzielle Unsicherheiten, erläuterte Bürgermeister Berger. Überhaupt bräuchte die Gemeinde eigentlich mehr „Man-Power“, sagte Berger, da die Aufgaben immer umfangreicher würden. „Eigentlich sind wir unterbesetzt, aber wir haben kein Geld“, lautete sein Resümee.