Vor rund acht Jahren stellte die Gemeinde unter einer großen Bürgerbeteiligung ein Leitbild zur Ortsentwicklung auf. Der Gemeinderat gab damals dazu seine Zustimmung, ohne ein konkretes Maßnahmenprogramm zu fixieren. Allerdings landete das umfangreiche Papier in der Schublade. Nun wurde es wieder hervorgeholt.

Das könnte Sie auch interessieren

In der Sitzung am Montagabend wurden die Gemeinderäte über den Sachstand informiert. Ein Aufgreifen des Themas sei auch im Hinblick auf die bevorstehende Bürgermeisterwahl besonders wichtig, erklärte Bürgermeister Christof Berger.

Schon 2001 leitete Gemeinde Leitbildprozess ein

Anlass war die Umgestaltung des Dorfplatzes in den heutigen Le-Castellet-Platz, samt der Neugestaltung der Stellplätze im Bereich beim Schmidt‘s Markt. Der Platz wurde 2005 eingeweiht. Das für den Platz angedachte Drei-Dächer-Projekt, der Infopavillon und die Brunnenanlage erfuhren jedoch bisher noch keine Realisierung. Berger betonte, dass, wenn die Gemeinde finanzielle Mittel aufbringen könne, diese drei Module jederzeit realisiert werden könnten. Alles sei baulich vorgerichtet und auch die Genehmigungen seien erteilt. Allerdings fehlte bisher das Geld zur Realisierung und es gebe keine Zuschüsse mehr dafür, erklärte Berger.

Leitbild für Kernort und Ortsteile

Mit der Aufnahme in das Stadtsanierungsprogramm für kleinere Gemeinden im Jahr 2010 war eine Wiederaufnahme des Leitbildprozesses verbunden. Das Leitbild 2011/2012 schließt nicht nur Projekte im Kernort ein, auch die Ortsteile sind darin eingebunden. Das vorhandene Leitbild sieht für beide Bereiche jeweils 27 Maßnahmen vor, erläuterte Professor Peter Lammert, der zusammen mit dem Architekten Walter Freter den Leitbildprozess begleitet hatte. Ein Schwerpunkt des Maßnahmekatalogs war unter anderem die Standortsuche für einen Rathausneubau. Walter Freter sagte: „Einige der im Leitbild enthaltenen Ideen wurden umgesetzt, andere noch gar nicht in die Hand genommen.“ Als größeres Projekt aus dem Leitbildkonzept wurde die Grünanlage „Kirchsteig“ realisiert. Ein Wiedereinstieg in den Prozess sei möglich, erklärte Lammert, er betonte aber auch, die im Leitbild enthaltenen Fakten überprüft werden müssten. „Wo stehen wir heute eigentlich“, sei der Kern des neuen Ansatzes. Sehr früh solle man mit der Fortschreibung beginnen, mahnten Freter und Lammert. Und auch Bürgermeister Berger appellierte an die Gemeinderäte, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben.

Wie es weitergehen könnte, erläuterten Lammert und Freter: Der Leitbild-Check mit einem Zeithorizont von 2035 bis 2040 könnte bis 2022 erfolgen. Ein Antrag auf Wiedereinstig in das Sanierungsprogramm mit einer konkreten Projektplanung schlösse sich an. Dies müsse allerdings spätestens zwei Jahre nach der Fertigstellung der Schule erfolgen, betonte Berger.

Das könnte Sie auch interessieren

 

Realisiert werden könnten Projekte über Landesmittel und den Ausgleichstock. Wann, wie und ob überhaupt wieder an das Leitbild angeknüpft werden soll, wird der Gemeinderat zu einem späteren Zeitpunkt beschließen.

Jetzt wieder verfügbar: die Digitale Zeitung mit dem neuen iPad und 0 €* Zuzahlung

*SÜDKURIER Digital inkl. Digitaler Zeitung und unbegrenztem Zugang zu allen Inhalten und Services auf SÜDKURIER Online für 34,99 €/Monat und ein iPad 10,2“ (32 GB, WiFi) für 0 €. Mindestlaufzeit 24 Monate. Das Angebot ist gültig bis zum 12.07.2020 und gilt nur, solange der Vorrat reicht. Ein Angebot der SÜDKURIER GmbH, Medienhaus, Max-Stromeyer-Straße 178, 78467 Konstanz.