Auf Einladung der Gruppe Kultur uff‘m Wald des Vereins Aktiver Hotzenwald gaben Liedermacher Anselm König und Saxophonist Beat Riggenbach ein Konzert im Herrischrieder Pfarrsaal. Thema des Abends war die „jüdische Feuerfee“ Else Lasker-Schüler, die mit ihrer Lyrik am Anfang des vergangenen Jahrhunderts auch ihre Kollegen wie etwa Gottfried Benn oder Sprachkünstler wie Karl Kraus faszinierte und in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag hatte. „Es braucht außergewöhnliche Musiker, um die außergewöhnliche Lyrik dieser Frau so einfühlsam zu vertonen“, lobte Bernd Kühnel am Ende dieses lebendigen, von den Zuhörern begeistert aufgenommenen Konzertabends.

Ewig Verliebte

Als ewig Verliebte charakterisierte Anselm König die Lyrikerin. Leidenschaftlich, liebevoll und erotisch widmete sie ihre Gedichte ihren jeweils Angebeteten, das erste im Programm, „Du, ich liebe Dich grenzenlos“ mit 28 Jahren, das zweite „Komm zu mir in der Nacht“ mit über 70. Das dritte, „Senna Hoy“, ist vermutlich der rückwärts gelesene Name des nie preisgegebenen, weil damals noch minderjährige Vaters ihres Sohnes Paul.

Charakteristischer Stil

Mit weicher, dabei mitunter zu glühender Intensität gesteigerter Stimme, schnörkellos und doch beschwörend eindringlich, den melodischen Fluss immer bedacht auf Textverständlichkeit ausgerichtet, trägt König seine in seinem charakteristischen, deutlich erkennbaren persönlichen Stil abgefassten Vertonungen vor. Auch seine Gitarre wechselt dabei geschickt mit dem Textinhalt den Charakter, von der rhythmisch swingenden Schlaggitarre zum lyrisch zupfenden Arpeggio, kongenial bringt sich Beat Riggenbach mit seinem Saxophon ein, je nach Wichtigkeit des Textes diesem Raum lassend und sich auf zarte Kommentare zwischen den Zeilen beschränkend oder, etwa bei intensivierenden Textwiederholungen, auch mit weit schweifenden oder verspielt in sich kreisenden Melodiegirlanden, mal fetzig-jazzig, mal wunderbar schwebend-verträumt.

Die Melodie der Verse

Mit ganz wenigen äußerst einfühlsamen Tönen begleitet Riggenbach den Titel „Ich liebe Dich“ mit dem samtigen Tenorsax, nach einer ausgiebigen, die Atmosphäre des Gedichts einfangenden Gitarreneinleitung singt König dieses Lied mit besonders ausdrucksstarker, tragender Stimme. Zum klangsinnlichen Text „meine Augen legen sich in deine Augen“ umspielt Riggenbach nuancenreich, nun wieder mit der höheren Saxophonvariante, zwischen den Textzeilen die suggestive Melodie dieser Verse.