Ein kleines Etwas bestimmt jetzt unser Leben: das Coronavirus, sehr viel kleiner als eine Schuppe, von bloßem Auge nicht sichtbar, aber mit erstaunlicher Wirkung. Es beeinflusst ziemlich alles, was unseren Alltag ausmacht: Arbeit, Vergnügen, Einkäufe, Begrüßungsrituale, Hygienemethoden. Und es deckt auf, wie viel Egoismus herrscht.

Wenn von Einzelnen Windeln in Mengen gekauft werden, als ob nur sie kleine Kinder hätten. Dass für die anderen, die auch kleine Kinder haben, nichts mehr übrig bleibt – egal. Aber egal darf jetzt niemandem etwas sein. Solidarität ist nötig, Rücksicht, Respekt. Selbstverständlich auch Vernunft, die Wahrnehmung der eigenen Körpersignale und natürlich Vorsorge, wie sie die Gemeindeverwaltung Görwihl diese Woche mit der Schließung von Hallenbad und Turnhalle getroffen hat. Eine kluge Entscheidung, wenngleich sie Folgen für den Lehrplan an der Grundschule hat. Denn was ist nun mit Bewegung, Spiel und Sport?

Mindestens einen Monat lang ausfallen lassen ist keine Option, weshalb die Grundschüler künftig ihre körperlich-sportlichen Aktivitäten unter freiem Himmel, neudeutsch „outdoor“, ausüben. Natürlich nur, wenn es nicht grad aus Kübeln gießt. Aber sonst: super Idee, wenngleich sie sich erledigt hat. Frische Luft tut allen gut, jetzt erst recht. Sie lüftet den Kopf, befreit die Nase, hebt die Stimmung und nebenbei lässt sich prima den Vögeln beim Singen zuhören.

Die größeren Kinder, die sich nicht so viel aus singenden Vögeln machen, gehen lieber in die Eisdisco mit Schaumparty und Lasershow. In Herrischried wäre am heutigen Samstag die letzte Gelegenheit dafür. Wäre. Aber Bürgermeister Christof Berger hat gestern anders entschieden und die Party abgesagt – was Sinn macht. Denn eine Schaumparty ohne Schaum, dafür mit Abstand – also eine Schaumlos- und Abstandparty – wäre vielleicht mal was anderes gewesen. Aber sicher nicht lustig.

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