Das Rechnungsergebnis 2017 ist das beste Ergebnis, welches die Gemeinde Herrischried bisher jemals erreichte. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt betrugen rund 6 778 996 Euro. Ausgaben zur Deckung des Verwaltungshaushalts betrugen 5 939 383 Euro. Der Verwaltungshaushalt schloss demnach mit einem Überschuss von rund 839 613 Euro ab. Einen Überschuss in dieser Höhe konnte die Gesamtgemeinde mit ihren Verwaltungshaushalten seit Bestehen 1974 noch nie erreichen. Trotz einer Verringerung der Schulden bleiben dennoch Schulden in Höhe von 1,251 Millionen Euro. Der Gemeinderat befürwortete die Jahresrechnung 2017.

Finanzspielräume für Gemeinde

Rechnungsamtsleiter Roland Frank legte den Gemeinderäten am Montagabend die überaus positive und ausführlich aufgearbeitete Jahresrechnung vor. Aus dem Bericht ging jedoch auch klar hervor, dass sich ein Gesamtergebnis ergibt, das einerseits Finanzspielräume schaffe, anderseits aber, was die Nachhaltigkeit betreffe, auch nicht überschätzt werden dürfe, betonte Frank. Zudem ist das Haushaltsjahr 2017 das letzte, das nach dem bisher gültigen Haushaltsrecht geplant und entsprechend gewirtschaftet wurde. Ab 2018 gilt das neue kommunale Haushaltsrecht, kurz NKHR, welches wesentlich höhere Anforderungen an den Haushalt der Gemeinde stellt.

Besser als erwartet

Durch die anhaltend hohe Konjunktur entwickelten sich, besser als zunächst erwartet, auch die Finanzströme „von oben“. Damit sind die Einkommensteueranteile vom Land und die Zuweisungen im kommunalen Finanzausgleich gemeint. Die Gewerbesteuer erreichte einen Höchststand, was ebenfalls zum guten Ergebnis der Gemeinde verhalf. Auch der Umstand, dass weit weniger Geld als geplant ausgegeben wurde, belastete den Haushalt der Gemeinde wesentlich weniger. So kam unter dem Strich im Verwaltungshaushalt ein Plus von rund 840 000 Euro heraus. Daraus ließe sich jedoch nicht der Schluss ziehen, dass die Gemeinde plötzlich finanzstark geworden sei, betonte der Finanzfachmann. Diese Entwicklung werde sich wohl kaum wiederholen und sei kein Maßstab für das, was die Gemeinde dauerhaft und nachhaltig finanziell leisten und tragen könne, erklärte Frank.

2017 keine Neuverschuldung

Der erzielte Überschuss wird dem Vermögenshaushalt zugeführt. Er kann zur Finanzierung von zukünftigen Investitionen eingesetzt werden. Als positiv darf bewertet werden, dass es in 2017 keine Neuverschuldung gab. Die Schulden wurden sogar von 1,390 auf 1,251 Millionen Euro gesenkt.

Investitionsschwerpunkt im Schulbereich

Der Investitionsschwerpunkt lag im vergangenen Jahr im Schulbereich. Die energetische Sanierung des Bestandsgebäudes und die Herstellung der Barrierefreiheit sowie die Schaffung des inneren Brandschutzes mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Millionen Euro wurden begonnen. Bisher wurde dafür rund 910 000 Euro ausgegeben. Abgeschlossen und abgerechnet werden die Projekte in 2018. Die Finanzierung ist durch hohe Fördermittel sichergestellt. Dies trifft für das Projekt Schulhausneubau „Gemeinschaftsschule Hotzenwald“ noch nicht zu. Noch ist unklar wie das Projekt von der Gemeinde finanziert werden kann.

Infos zum Schulneubau

Bürgermeister Christof Berger berichtete, dass er in Sachen Schulhausneubau noch in diesem Monat zusammen mit dem Rickenbacher Bürgermeister Dietmar Zäpernick nach Stuttgart fahren werde, um über eine Anpassung der Kosten zu sprechen. Berger betonte jedoch: „Es wird schwierig werden.“ Denn momentan läge der Fokus im Land auf Schulsanierungen. 2017 wendete Herrischried rund 62 000 Euro für die Planung des Schulhausneubaus auf. Geplante Projekte im Bereich Abwasserbeseitigung wurden nicht angegangen. Die Umrüstung von 70 Straßenlampen auf LED-Technik wurde abgeschlossen.