Herrischried Ein Elefant lernt fliegen: Volker Przybilla erklärt seine Drachenkonstruktion

Drachenbauen erfordert große Genauigkeit und Muße. Volker Przybilla spricht über seine Konstruktion und seine Leidenschaft für die Flugobjekte.

Hütten – Wenn alles von der Maus bis zum Elefanten fliegen lernt, dann kann es sich nur um Drachenbauer Volker Przybilla handeln, der gemeinsam mit der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald (LGH) zum Familien-Drachenfest am 10. und 11. September in Hütten einlädt. Seit nunmehr 24 Jahren zaubert der Drachenbauer aus Wehr die buntesten Träume an den Himmel. Diesmal hat sich Przybilla einen besonderen Himmelsstürmer ausgedacht. Mit dem SÜDKURIER als Medienpartner spricht er über seine große Faszination.

Bunt, bunter, Drachenfest Hütten. Für Volker Przybilla gibt es einfach keinen größeren Superlativ. Bereits zum achten Mal organisiert der passionierte Drachenbauer mit vielerlei Kontakten in der Drachenszene das große Familien-Drachenfest in Hütten. „Einen Drachen zum Fliegen zu bringen, ist pure Freude“, sagt er. Diese Freude spiegelt sich besonders in seinem neuen Projekt wieder: einem gigantischen Elefanten-Drachen, mit einer Größe von zwei auf vier Meter. Bestehend aus 52 einzelnen Dreiecken und Hunderten applizierten Stoffteilchen, kommt bei dem Elefanten wieder einmal Volker Przybillas ganz eigener Stil zum Vorschein – Ganz ähnlich wie bei dem 22 Meter langen Eulen-Mann nach George Peters Vorlage aus dem Jahr 2008, der seither das Logo der Veranstaltung schmückt.

Das Drachenbauen ist eine Detailarbeit, die große Genauigkeit und Muße voraussetzt. „So schwer ist das gar nicht“, sagt Przybilla, der von seinen Vorstellungen zunächst Pläne anfertigt und sich dann exakt an die Vorlage hält. Zahlreiche Stunden verbringt er dann in seinem Wohnzimmer an der Nähmaschine.

Die Arbeit mit dem hauchdünnen „Spinnacker“, einem speziellen Polyestergewebe, braucht allerdings etwas Erfahrung. An den Zuschnitten werden noch die Verstärkungen und Stabtaschen angebracht, dann die Stäbe (aus Kohlefaser) eingezogen und die passende Schnurstärke ausgewählt. Zusammen mit dem sechseckigen Mittelstück entstand so schließlich die doppelte Raute als beeindruckender Elefanten-Drache.

So wie Przybilla, entwickelt jeder Drachenbauer im Laufe der Jahre seinen ganz eigenen Stil. Austausch und Hilfe finden die Tüftler untereinander. Mittlerweile hat Przybilla Drachenfreunde in der ganzen Welt gefunden. Die Drachenwelt birgt eine gewaltige Vielseitigkeit: „In Form und Farbe gibt es unbegrenzte Möglichkeiten“, weiß Przybilla. Da gibt es schnittige Lenkdrachen, riesige Skulptur-Drachen, Einleiner und Drachenketten, sowie hunderteckige Facettendrachen oder historische Drachen aus Bambus und edler Seide.

In der Flugtechnik unterscheiden sich alle Drachen anhand ihrer Schnurzahl. Auch benötigen sie unterschiedlich starke Winde. „Während ein Miniatur-Drache in einem geschlossenem Raum fliegt, benötigen Riesenskulpturen Windstärken von bis zu fünf Beaufort, das sind etwa 30 Kilometer pro Stunde“, erklärt Volker Przybilla und fährt fort: „Das Schönste ist aber, wenn alle Drachen gemeinsam fliegen.“ Diesen überwältigenden Anblick hält das Drachenfest in Hütten dieses Jahr wieder für die Besucher bereit.

Das Drachenfest

Das Drachenfest findet am Wochenende, 10. und 11. September, auf dem Segelflugplatz in Hütten statt. Das Programm mit Drachen-Flugshow gibt es am Samstag von 14 bis 17 Uhr (Bewirtung ab 11 Uhr) und Sonntag von 10 bis 16 Uhr. Das Nachtfliegen mit Drachen, leuchtenden Modellballons und Feuerwerk findet am Samstag ab 20 Uhr statt. Eintritt frei, Parkgebühr: 1 Euro. Infos im Internet:www.drachenfest-huetten.de

Zur Person des Drachenbauers

Volker Przybilla, 56 Jahre alt, ist gelernter Zahntechniker und wohnt in Wehr. Angefangen hat seine Drachenleidenschaft mit einem spontanen Besuch 1996 auf einem Drachenfest in Donaueschingen, wo Przybilla auch das erste Mal einen Lenkdrachen ausprobieren durfte. Nur ein Jahr darauf reiste Przybilla zu Europas größtem Drachenfest nach Fahnò in Dänemark, wo er prompt an einen Drachennähkurs teilnahm und bald darauf seine erste eigene Nähmaschine von seiner Freundin geschenkt bekam. Zahlreiche Drachen in allen möglichen Größen entstanden durch seine Handarbeit. 2002 organisierte Przybilla gemeinsam mit der Luftsportgemeinschaft Hotzenwald das erste Drachenfest in Hütten. Seither findet es alle zwei Jahre statt. (sha)

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