Im Wehrhalder Hof kamen am Freitag die Mitglieder des Schwarzwaldvereins Herrischried zu ihrer Hauptversammlung zusammen. Vorsitzender Christoph Berger zeigte sich angesichts der geringen Teilnehmerzahl leicht besorgt über die Leistungskraft des Vereins.

Das Wahrzeichen des Hotzenwalds

Dabei betreibt die Ortsgruppe Herrischried das Wahrzeichen der Wanderregion Hotzenwald, das Gugelstüble und den Aussichtsturm auf der Gugel über den Dächern der Ortsteile Klein- und Großherrischwand. Kaum ein Wanderer von außerhalb wird vermuten, dass die Saison von April bis November jedes Jahr im kleinen Ausflugslokal ausschließlich ehrenamtlich gestemmt wird.

393 Arbeitstage im Gugelstüble

Zählt man die Arbeitsstunden der zwölf Frauen und sechs Männer zusammen, so kommen übers Jahr 393 Tage zusammen. Eine Leistung, die der Vorsitzende in seinem Jahresbericht ausgiebig lobte und von den Anwesenden mit einem dankenden Applaus bedacht wurde. Genau hierin liegt die Herausforderung für zukünftige Jahre.

Moderne Ausrichtung des Vereins

Vordringlichstes Ziel müsse laut Vorsitzendem die Mitgliederwerbung und eine moderne Ausrichtung des Vereins sein. Sonst seien solche Angebote nicht mehr leistbar. Das Durchschnittsalter der Mitglieder liegt bei 71 Jahren. Familien als Mitglieder sind eher selten. Jugendarbeit ist derzeit überhaupt nicht leistbar.

Das könnte Sie auch interessieren

Mit dieser Aufgabe steht die Ortsgruppe im Schwarzwaldverein nicht allein da. In einem Vortrag wurde deutlich, dass auch der Hauptverein in den vergangenen drei Jahren einen intensiven Zukunftsprozess durchlief, in dessen Ergebnis eine schlankere, aber auch besser finanzierte Vereinsarbeit gefordert wird. Finanziell steht Herrischried sehr gut da, wie aus dem Bericht des Kassierers Günter Biehler hervorging. Damit sei der Verein für anstehende Sanierungen und den Unterhalt der Anlagen bestens gerüstet.

90 Kilometer Wegenetz

Wanderwartin Elfriede Stoll ließ die Mittwochswanderungen Revue passieren. Hierzu sprechen sich die Ortsgruppen Herrischried und Vorderer Hotzenwald in Zukunft enger ab, um terminliche Überschneidungen zu vermeiden. Für die drei das gut 90 Kilometer lange Wegenetz betreuenden Wegewarte gab Oskar Sandmann einen kurzen Bericht.

Für den Erhalt der Boden- und Kleindenkmäler ist der Fachwart für Heimat- und Kulturpflege, Walter Waßmer, zuständig.

Ohne Schriftführer

Symptomatisch für die Situation des Vereins waren die Teilwahlen. Für die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktive Pressewartin und Schriftführerin konnte auch im zweiten Anlauf kein Nachfolger gefunden werden. Vorsitzende Christoph Berger wird den Posten weiterhin kommissarisch mitbetreuen. In ihren Ämtern bestätigt wurden Walter Waßmer und Elfriede Stoll.

Perspektivisch sieht Vorsitzender Christoph Berger einen Lösungsansatz in der Kräftebündelung der beiden Schwarzwaldvereine Herrischried und Vorderer Hotzenwald. Hierfür sagten die beiden Delegierten aus Rickenbach, Martin Lauber und Rita Freidl, ihre Unterstützung zu, zum Beispiel auch in Mobilitätsfragen. Gemeinderat Helmut Eckert betonte mit Blick auf die schwindende Arbeitskraft, dass man die Arbeit oft erst dann schätzt, wenn sie nicht mehr gemacht wird.