Die Aufstellung, Ausstattung und Unterhaltung einer leistungsfähigen Feuerwehr gehört in Baden-Württemberg zu den Pflichtaufgaben, die jede Stadt und Gemeinde erfüllen muss. In Städten ab 100 000 Einwohnern sind Berufsfeuerwehren vorgeschrieben. Kleinere Städte und Gemeinden verfügen über eine Freiwillige Feuerwehr. Deren Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, besondere Funktionsträger können aber dennoch eine Aufwandsentschädigung erhalten. Deren Höhe schwankt allerdings beträchtlich, wie unsere Recherchen in den drei Hotzenwaldgemeinden Görwihl, Rickenbach und Herrischried sowie in Todtmoos ergeben haben.

  • In der Gemeinde Görwihl wurde die Satzung über die ehrenamtliche Tätigkeit zuletzt im Jahr 2015 geändert. Demnach erhalten Feuerwehrangehörige, die über das übliche Maß hinaus Feuerwehrdienst leisten, eine zusätzliche Entschädigung. Der Gesamtkommandant kommt auf 800 Euro im Jahr. Dieser Betrag teilt sich auf in eine Aufwandsentschädigung von 300 Euro, einen pauschalen Arbeitsausfall von 200 Euro sowie einen Telefon- und Reisekostenersatz von 300 Euro. Der stellvertretende Kommandant erhält eine Entschädigung von 150 Euro im Jahr, ebenso der Gerätewart.
  • In der Gemeinde Rickenbach liegt die Aufwandsentschädigung für die Feuerwehr deutlich höher. Seit diesem Jahr erhält der Gesamtkommandant 1500 Euro im Jahr, die zwei Stellvertreter erhalten je 300 Euro im Jahr. Die Abteilungskommandanten werden mit je 400 Euro, deren Stellvertreter mit je 100 Euro jährlich entschädigt.
  • In der Gemeinde Herrischried bestehen seit 1. Januar 2014 folgende Vergütungssätze: Der Feuerwehrkommandant erhält jährlich 1100 Euro, der erste stellvertretende Kommandant 220 Euro, der zweite stellvertretende Kommandant 110 Euro. Die Abteilungskommandanten erhalten jährlich 275, der Gerätewart der Abteilung Herrischried 220, die Gerätewarte der anderen Abteilungen jährlich 110 Euro, der Atemschutzgerätewart 110, der Jugendfeuerwehrwart 220 Euro. Ausbilder bei der Jugendfeuerwehr Herrischried erhalten jährlich 110 Euro.
  • Schließlich die Gemeinde Todtmoos: Dort wird der Feuerwehrkommandant mit 750 Euro (die Hälfte dessen, was sein Rickenbacher Amtskollege bekommt) und sein Stellvertreter mit 300 Euro jährlich entschädigt. Die Gerätewarte Atemschutz und Maschinen erhalten jährlich je 150 Euro.

Idealismus und nicht Geld stehen im Vordergrund

  • Jede Gemeinde steht für sich: Dass es in den vier ländlichen Gemeinden derart unterschiedliche Entschädigungen gibt, spielt für Thomas Mutter, Kommandant der Görwihler Feuerwehr, keine Rolle. „Jede Gemeinde muss das für sich selber regeln“, sagt er, und weiter: „Wir machen das freiwillig, Idealismus gehört dazu.“ Und: „Wenn ich Geld verdienen möchte, würde ich den Job nicht machen“, so Mutter. Wichtiger als die Höhe der Aufwandsentschädigung ist für ihn, „dass wir gutes Material bekommen, damit wir die Aufgaben gut erfüllen können“. Aber, so Mutter: „Gegen ein von der Gemeinde bezahltes Essen an Hauptversammlungen als kleines Dankeschön habe ich nichts.“
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Für Christian Dröse, Gesamtkommandant der Feuerwehr Herrischried, ist die Aufwandsentschädigung, die die Gemeinde bezahlt, „in Ordnung“. Es sei richtig, dass die Funktionsträger, „die mehr machen, entsprechend und hoch entschädigt werden“. Zumal die Anforderungen in jüngster Zeit erheblich gestiegen seien. „Wir müssen stark ausgebildet sein, Proben organisieren und vieles mehr, außerdem haben wir einen viel höheren Verwaltungsaufwand als früher“, berichtet er. Natürlich sei das Material wichtig, so Dröse, „aber es ist auch wichtig, dass man die Funktionsträger, die Verantwortung übernehmen, bei Laune hält“.