Es hat reger Betrieb in der Herrischrieder Rotmooshalle geherrscht, als am Samstag die Nachmittagssonne durch die lange Glasfassade schien. Auf der Bühne hatte soeben ein Chor zu Ende gesungen, an den Stehtischen in der Halle unterhielten sich viele Menschen, es wirkten alle überaus herzlich. Ein junges Paar kam herein, sie würden sich erst umschauen wollen, sagten sie und bahnten sich den Weg in Richtung Raummitte.

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Dort stand ganz unscheinbar ein silbernes, schlichtes Kreuz. Ein Symbol, das alles zusammenhielt, denn eingeladen hatte die „Communitas“, also die katholischen Kirchengemeinden auf dem Hotzenwald. „Wir wollen, dass die Menschen unsere Vielfalt kennenlernen“, sagten Matthias Faißt und Dagmar Keck vom Pfarrgemeinderat. Sie standen am Eingang zur Halle und begrüßten ihre Gäste auch gerne persönlich. An der Wand gegenüber konnten die Besucher auf einem großen Plakat ihre Bewertung hinterlassen. Das Ergebnis war eindeutig: Einer großen Mehrheit gefällt, was die Communitas auf die Beine gestellt hat.

An insgesamt zehn Ständen präsentierten sich die Gemeinden St. Bartholomäus aus Görwihl, St. Gordian und Epimach aus Rickenbach, St. Zeno aus Herrischried sowie die Pfarrkirche Herz-Jesu aus Strittmatt mit ihrer gesamten Arbeit. Das schließt auch die katholische Jugendarbeit, das Sportangebot der Gemeinden oder Vereine, wie die Soziale Börse, mit ein. „Kirche auf dem Wald ist anders“, erläuterte Pfarrer Bernhard Stahlberger mit Blick auf das Engagement der Gemeinden, das über die liturgischen Feiern hinaus geht. „Wir wollen die Leute hier auch dazu einladen, mitzugestalten und nicht nur zu jammern. Hier vor Ort ist das möglich“, sagte der Pfarrer.

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Fallen sonst die Worte katholische Kirche, denkt man an Gottesdienste, an eine konservative, vielleicht gar nicht mehr zeitgemäße Religion. Das Interesse schwindet vielerorts, was bei Weitem kein neuer Trend ist. Die Communitas will dagegenwirken. Aus diesem Gedanken heraus entstand das Konzept „Kirche auf uff‘m Wald näher kennenlernen“, mit dem sich die Pfarrgemeinden am Samstag zum ersten Mal in dieser Form öffentlich gezeigt haben.

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Dabei sei dieses Zusammenwachsen der Hotzenwälder Gemeinden kein einfacher Weg gewesen, erinnert sich Dagmar Keck an die Zeit vor fünf Jahren, als die Gemeinden zusammengelegt wurden. Was sie allerdings nun mit der Communitas geschafft haben, sei für alle ein Gewinn: „Allein durch die Gespräche, auch in der Vorbereitung auf heute, gab es so viel Austausch zwischen den Gemeinden. Man konnte sich richtig kennenlernen“, freut sich Dagmar Keck. So soll auch die Veranstaltung vom Samstag keine einmalige Sache gewesen sein. Denn ihr Konzept ist laut den Veranstaltern aufgegangen, wie Faißt verdeutlicht: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Besucher Bereitschaft zeigen, sich künftig engagieren zu wollen. Wir sind eben nicht alt und verstaubt und so können wir ‚Kirche von morgen‘ gestalten.“

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