Herrischried Die Gruppe Kultur uff'm Wald eröffnet die Wanderausstellung Blühender Naturpark in der Rotmooshalle

Bei der Eröffnung der Wanderausstellung Blühender Naturpark hält Michael Peter einen Vortrag über Tipps zum Erhalt und zur Schaffung von Bienenlebensräumen.

Rund 35 Gäste, unter ihnen Bürgermeister Christof Berger, kamen zur Eröffnung der Wanderausstellung Blühender Naturpark im Veranstaltungsraum der Rotmooshalle. Er war von der Organisationsgruppe Kultur uff'm Wald, allen voran Annette Schmalzried, im Rahmen des Zusammenschlusses Aktiver Hotzenwald anschaulich mit vielen Wiesenblumen zur zusätzlichen Illustration der Schautafeln ausgestaltet. Michael Peter führte in das Ausstellungsthema ein, ergänzt wurde seine Rede durch weitere Beiträge aus den Reihen der Anwesenden.

Ziel der Ausstellung sei es, so Peter, im Naturpark Südschwarzwald einen blühenden Hotzenwald zu initiieren. Die Ausstellung diene dabei sozusagen als zeitlich begrenzte Anschubkampagne. Um ein nachhaltiges Ergebnis zu erreichen, müsse das durch die Ausstellung geförderte Wissen von jedem Einzelnen angewendet werden. So könne der private Gartenbesitzer beispielsweise Saatgutpäckchen mitnehmen und bei sich zu Hause verwenden. Der Landwirt könne Blühstreifen anlegen, aber auch durch die Beachtung der in der Ausstellung gebotenen Hinweise, etwa zum Mähverhalten, zur Bewahrung der Artenvielfalt beitragen. Die Gemeinden könnten öffentliche Flächen nutzen, um die Blütenvielfalt zu fördern. Ein erster Versuch hierzu sei in Rickenbach angelaufen. In Herrischried wäre beim Schuleingang ebenfalls eine Fläche vorhanden, auf der man mit Wildblumensamen experimentieren könnte.

Die Ausstellung gliedere sich in einen Bild- und einen Infoteil mit konkreten Anregungen, so Michael Peter. Er erläuterte die Schautafeln und verwies auf die große Bedeutung der bestäubenden Insekten. „84 Prozent der heimischen Feldfrüchte sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen“, erklärte Peter, wobei das Getreide als Windbestäuber nicht eingerechnet sei. „Dank der Imker machen in Baden-Württemberg acht Milliarden Bienen ihre Arbeit“, so Peter, dazu kämen Hummeln und Wespen sowie Wildbienen. Von ursprünglich 550 Arten seien nur noch 37 Prozent in ihrem Bestand gesichert.

Fridolin Völkle, Vorsitzender des Imkervereins Hotzenwald, ergänzte, der Rückgang der Artenvielfalt sowie das Problem der durch häufiges Mähen entstehenden Trachtenlücken beschäftige die Imker schon lange. Deshalb biete sein Verein seit 20 Jahren Bienenweidemischungen an. Die Vorsitzende des Vereins Aktiver Hotzenwald, Inge Röger-Lakenbrink, verwies auf den Berggarten in Großherrischwand als Pionier für den Versand von Wildblumensamen, von dem sie vor Jahren in Mönchengladbach beliefert worden sei. Ralf Engel, Naturschutzwart des Schwarzwaldvereins, plädierte für den Praxisversuch. Es sei aber wichtig, sich zuerst das Know-how anzueignen.


Öffnungszeiten

Die Wanderausstellung Blühender Naturpark ist bis zum 19. Juni jeweils von 14 bis 18 Uhr in der Rotmooshalle in Herrischried zu sehen. Von 20. Juni bis 2. Juli macht sie Station in Rickenbach am Eingang zum Schmidt's Markt. Eröffnet wird sie dort am 20. Juni um 10 Uhr durch Ralf Engel. Danach ist Görwihl an der Reihe, wo die Schau von 5. bis 17. Juli zwischen 14 und 18 Uhr im Pfarrsaal zu sehen sein wird. Dort wird sie eröffnet am 5. Juli um 11 Uhr von Kurt Seckinger. Materialien mit Tipps für einen blühenden Garten sowie ein Quiz runden die Ausstellung ab. Am 30. Juni um 20 Uhr findet im Saal des Heil- und Erziehungsinstituts Sonnenhalde in Görwihl ein Vortrag statt mit dem Titel „Die Not der Bienen ist die Not der Menschen. Gedanken zu einem Beziehungsproblem“. Den Vortrag hält der langjährige Imker Johannes Wirz.

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