Herrischried Das neue Theaterprojekt der Freilichtbühne Klausenhof wird wieder ein Stück Heimatgeschichte

Autor Markus Manfred Jung stellt sein neues Stück „Strm – Wie de Strom uf de Wald isch choo“ für die Freilichtbühne Klausenhof vor.

Der Autor Markus Manfred Jung stellte das neue Theaterstück der Freilichtbühne Klausenhof für die Spielsaison 2018 vor, das die Spieler mit Begeisterung aufnahmen. Das Stück „Strm – Wie de Strom uf de Wald isch choo“ spielt um 1903, als der Hotzenwald, durch Missernten und vom Niedergang der Heimarbeit wirtschaftlich verarmt, als erstes ländliches Gebiet in Deutschland flächendeckend elektrifiziert wurde und so die Chance zum Aufstieg erhielt.

„Strm“ ist Jungs fünftes Stück für die Freilichtbühne Klausenhof, mit der der Wiesentäler Autor eng verknüpft ist. Denn schon die Stücke seines Vaters Gerhard Jung machten die Freilichtbühne in den 1980er Jahren über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt. „Ich fühle mich hierher verbunden und bewundere es, wie die Theatergruppe funktioniert“, sagte Markus Manfred Jung am Samstag bei der Besprechung im Gasthaus „Ochsen“.

Gut ein halbes Jahr recherchierte er zur kontrovers diskutierten Gründung der Waldelektra 1903 und des Elektrizitätswerks in Hottingen 1904. Die zentrale Bedeutung des Wassers für die Hotzenwälder, die ihre Hauensteiner Murg fast 1000 Jahre lang zur Bewässerung von Wiesen und als Antriebskraft von Mühlen, Sägewerken und Schmieden nutzten, stellt der Autor in den Mittelpunkt der Dialoge. Diese sind – wie sollte es anders sein – in alemannischer Mundart gehalten.

Herausgekommen ist „ein solides Stück“, mit 29 charakterstarken Figuren, die allesamt historisch belegt sind, wie zum Beispiel Herrischrieds Bürgermeister Peter Matt, genannt „Hotzenpeter“. Im Stück steht er dem Hottinger Kraftwerk zunächst kritisch gegenüber, bis er den Einfall zur konkurrierenden Waldelektra hat und diese mitbegründet. Die Vertreter des Kraftwerks fühlen sich hintergangen. Zur Zerreißprobe wird diese Situation für den Todtnauer Jungunternehmer Ferdinand Faller, der sich in die Tochter des Bürgermeisters Johanna verliebt hat, sich aber nicht von seinem Vorhaben, dem Kraftwerksbau, abbringen lässt.

Es wäre kein Jung-Stück ohne die Liebe. Und so wird die schöne Johanna gleich von mehreren Verehrern begehrt. Als Frau geht sie jedoch ungewöhnlich emanzipiert für die damalige Zeit aus dieser Verstrickung hervor. „Fallers Briefe und Notizen inspirierten mich zur Charakterisierung der Figuren. Denn Faller hat bei seinen Besuchen uffem Wald seine Impressionen schriftlich festgehalten“, erklärt Markus Manfred Jung.

Den moralisch-ethischen Standpunkt und den naturwissenschaftlich-wissbegierigen Aspekt verkörpert Jung durch die Figuren des Pfarrers und des Lehrers. Niedliche Kinderszenen, die das Elektrizitäts-Gerede der Erwachsenen in ihrem Spiel aufgreifen, verleihen dem Stück darüber hinaus eine amüsant-warmherzige Note. Unter den Spielern der Freilichtbühne wird Jungs Stück „Strm“ schon jetzt als Erfolgsgarant gehandelt. Auf die Premiere im Juli darf man gespannt sein.

Termine: Die Freilichtbühne Klausenhof führt das Stück an vier Wochenenden von 7. bis 29. Juli auf. Wer als Statist mitwirken möchte, kann sich bei Yvonne Fischer-Lueg per E-Mail melden (erschte@freilichtbuehne-klausenhof.de). Der Kartenvorverkauf startet Mitte Mai über Reservix und die Internetseite der Freilichtbühne Klausenhof (www.freilichtbuehne-klausenhof.de). Karten sind auch erhältlich beim Klausenhof-Kiosk und in der Tourist-Info in Herrischried.

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