Ein Familienmitglied wird vermisst und ist nicht aufzufinden. Die benachrichtigten Beamten der Polizei bringen viel Erfahrung mit und können oft zum Auffinden einer vermissten Person beitragen. Doch nicht immer führt diese Erfahrung zum Erfolg, beziehungsweise zur vermissten Person.

Einsatz bei Suche nach vermisster Jugendlicher

Ab dann liegt die große Hoffnung aller Beteiligten auf den feinen Spürnasen der Suchhunde. So auch am vergangenen Dienstag bei der Suche nach einer 17-jährigen Schülerin in Herrischried. Der DRK-Kreisverband Säckingen hält genau für diese Situationen eine Rettungshundestaffel vor, die auch in Herrischried zum Einsatz kam und die Richtung, in der sich das vermisste Mädchen befand, korrekt anzeigte. Yvette Feulner, stellvertretende Staffelleiterin, führte in Herrischried den Einsatz der Rettungshundeteams: Sieben kamen aus der eigenen, vier von benachbarten Rettungshundestaffeln. Weitere Teams standen bereit, als die gute Nachricht kam, dass das Mädchen gefunden wurde.

Erst gilt es, die Fährte aufzunehmen

"Wir arbeiten sehr gut mit den benachbarten Staffeln zusammen. Unter der Woche tagsüber oder auch wenn ein Einsatz länger dauert, geht das auch gar nicht anders", erklärt sie, bevor sie die Einsatztaktik der Rettungshundearbeit kurz erläutert:

Im Idealfall nimmt ein Personensuchhund, ein sogenannter Mantrailer, mit einem Gegenstand des Vermissten dessen Geruch auf und folgt der Spur dieser Person. Führt die Spur nicht direkt zu dem Vermissten, ergänzt der Einsatz von Flächensuchhunden die Suche. "Es geht um Menschenleben", betont sie, "da können wir uns keine Nachlässigkeit erlauben. Es wäre für uns selber am schlimmsten, wenn die vermisste Person dort gefunden würde, wo wir mit den Hunden waren. Das darf nicht sein."

Spezielle Suchhunde für spezielle Einsätze

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Ist die gesuchte Person bereits tot, schlagen die Rettungshunde nicht an. "In solchen Fällen müsste man extra Leichenspürhunde einsetzen. Die haben wir nicht.

Der Einsatz in Herrischried war der dritte innerhalb von vier Wochen. Eine Einsatzfrequenz, die in den vergangenen Jahren normal war", betont Staffelleiter Hans Bracher. "Wir hatten schon zwischen 50 und 70 Einsätze in einem Jahr. Das war für eine rein ehrenamtlich arbeitende Staffel schon anstrengend, aber auch motivierend – weil man eingesetzt und gebraucht wurde."

Seit zwei Jahren hat die Landespolizei eigene Personenspürhunde-Teams ausgebildet. Diese werden im Einsatzfall zuerst alarmiert und gegebenenfalls mit dem Polizeihubschrauber eingeflogen. Nur wenn die Mantrailer der Polizei nicht einsatzfähig sind, kommen die der Hilfsorganisationen zum Einsatz.

Viel Training und Prüfungen notwendig

Wie die meisten Rettungshundestaffeln trainieren die Teams der Säckinger DRK-Staffel zweimal wöchentlich abends, und oft auch am Wochenende einen Tag lang. "So ein Flächensuchhund ersetzt durch seinen Einsatzradius rund 20 Einsatzkräfte in einer Suchkette", erläutert Yvette Feulner die Vorteile dieser Art der Suche.

Alle 24 Monate muss sich ein Team, bestehend aus Hund und Hundeführer, einer Prüfung unterziehen. Die DRK-Rettungshundestaffel Säckingen besteht derzeit aus 22 Teams, von denen 14 geprüft sind. Davon sind drei Mantrailer, elf Flächensuchhunde und sieben Trümmersuchhunde.