Für Bodychecks sind in der Herrischrieder Eishalle eigentlich die breitschultrigen Jungs des EHC zuständig. Doch auch bei den Eisläufern, die sich mit Eishockeyspielern und Freestylern die Eisfläche teilen, geht es grad ganz hart zur Sache. Und das im Jubiläumsjahr des Eislaufvereins Hotzenwald Herrischried (EVHH), der vor 25 Jahren gegründet wurde.

Vorwurf: Verleumdung und Rufschädigung

Am 17. März hat sich der EVHH von seinen Trainern Marie-Claude und Ulrich Hartmann getrennt. Der Verein wirft dem Ehepaar, das seit September 2017 für den EVHH Eislauf-Eleven betreut hatte, Verleumdung, Rufschädigung sowie Verletzung von Vereinsinteressen und Vorstandspflichten vor. Die beiden Eislauftrainer, die beruflich eine Eislaufschule betreiben, seien am Versuch einer "feindlichen Übernahme" des EVHH beteiligt gewesen, erklärt dessen Sprecherin Helga Förster. Nachdem das Vorhaben im Februar in einer außerordentlichen Mirtgliederversammlung gescheitert sei, sei "Plan B" in die Wege geleitet worden – die Gründung eines zweiten Herrischrieder Eislaufvereins.

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Die beiden Trainer Marie-Claude und Ulrich Hartmann, der zudem auch Sportwart im Vorstand des EVHH war, hätten hinter dem Rücken ihrer Vereinskameraden Mitglieder abgeworben, so Förster. Schon am 21. Februar sei die Satzung für den Eissportclub Herrischried (ESPCH) aufgesetzt worden. "Die acht Vorstandsmitglieder des Clubs haben sie unterschrieben. Wir haben es erst am 14. März erfahren als Antwort auf unsere Anfrage an Herrn Hartmann vom 12. März zwecks Planung der kommenden Saison."

Der neue Club schweigt

Zusammen mit den Hartmanns haben mehrere andere Vereinsmitglieder den EVHH verlassen und sind dem ESPCH beigetreten. "In erster Linie handelt es sich um die Eltern und deren Kinder, welche, wie wir inzwischen erfahren haben zu den Gründungsmitgliedern des neuen Vereins um Marie-Claude Hartmann gehören sowie deren Freunde", erklärt der EVHH. Die andere Seite will sich nicht zu den Vorgängen äußern. "Es ist für unseren Eissportclub nicht die Zeit etwas in die Zeitung zu setzen. Wir sind jetzt zukunftsorientiert und werden uns melden, wenn es soweit ist", antwortete Marie-Claude Hartmann als Vorsitzende des ESPCH am Montag auf eine Anfrage unserer Zeitung vom 28. März.

Jetzt soll der Gemeinderat entscheiden

Und so hat das kleine Herrischried seit kurzem zwei Eislaufvereine – aber weiter nur eine Eissporthalle. Und das macht Probleme. "Wir haben jetzt vier Gruppen, die die Halle nutzen wollen", sagt Bürgermeister Christof Berger. Neben dem EVHH und dem ESPCH sind das noch die Eishockeyspieler vom EHC und die Freestyler. Der Bürgermeister fürchtet ein "Mangelgerangel", denn schon jetzt sei die Halle ausgelastet. "Man wird schauen müssen, wie der einzelne Bedarf der einzelnen Gruppen ist, und wie man das verteilen kann." Eigentlich sei das Aufgabe der Verwaltung. Doch wegen des Konfliktpotentials will der Bürgermeister den Gemeinderat entscheiden lassen, voraussichtlich am 20. Mai.

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"Wir wünschen uns natürlich, dass uns unsere seit Jahren etablierten Eiszeiten am Dienstag und Donnerstag erhalten bleiben, denn wir brauchen sie", erklärt der EVHH. Mit Stefanie Kühne aus Bad Säckingen habe eine ausgebildete Trainierin gewonnen werden können. Sie werde den Verein bis zum Saisonende nach Ostern beim Dienstagstraining unterstützen. Die langjährige Trainer-Assistentin Katherina Stoll und die ehemalige Meisterläuferin Tanja Schneider komplettierten mit Stefanie Brenn-Lueg und Anastasia Michlmayr das Trainerteam.

"Dienstags oder donnerstags"

Der ESPCH nennt auf seiner Homepage espch.de als Termin für das Training der verschiedenen Gruppen "dienstags oder donnerstags", schränkt aber ein: "Diese Infos sind aber zum momentanen Zeitpunkt noch nicht bestätigt."

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