Wer geglaubt hat, dass mit dem Ende des Projektes „Pumpspeicherwerk Atdorf“ die Arbeit für die Bürgerinitiative (BI) Atdorf beendet sei, konnte sich am Freitagabend im Gasthaus „Ochsen“ in Herrischried bei der Hauptversammlung vom Gegenteil überzeugen. An reger Diskussion in erfreulich großer Runde wurde deutlich, dass der Verein sich ab jetzt seinen weiteren Gründungsaufgaben widmen möchte.

Dem Vorsitzenden Heinz-Michael Peter war im Jahresbericht deutlich die Freude über die Rettung der Hotzenwälder Quellen vor dem Mammutprojekt der Schluchseewerke anzumerken. Im Anschluss entspann sich rege Diskussion unter dem Mitgliedern zu neuen Zielen und Aufgaben.
Dem Vorsitzenden Heinz-Michael Peter war im Jahresbericht deutlich die Freude über die Rettung der Hotzenwälder Quellen vor dem Mammutprojekt der Schluchseewerke anzumerken. Im Anschluss entspann sich rege Diskussion unter dem Mitgliedern zu neuen Zielen und Aufgaben. | Bild: Annka Mickel

Zudem gilt es, die Nachsorge des Projektes Atdorf fachlich und kritisch zu begleiten. Hierzu steht der Verein mit dem Landratsamt in intensivem Aus-tausch. „BI Atdorf“ sagt sich schnell und war der Inbegriff des Widerstands gegen das Projekt der Schluchsee-Werke. Aber von Beginn an hat sich der Verein einen Namen gegeben, der ein viel weiteres Aufgabenfeld umfasst.

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Der Trägerverein heißt mit vollem Namen Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals e.V. und ist ein anerkannter Umweltverband. Damit hat er in der Vereinslandschaft in Sachen Umwelt- und Naturbewusstsein gemeinsam mit zwölf weiteren Verbänden in Baden-Württemberg ein Sonderrecht. Er kann sich mit öffentlichen Stellungnahmen und Fachbeiträgen zu Eingriffen in die Landschaft melden und auf Planung und Umsetzung Einfluss nehmen. Zudem ist in der Satzung in §2 als Wirkungsfeld nicht nur Abhau und Haselbachtal, sondern der Hotzen-wald als Gesamtkulisse vermerkt.

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Der ehemalige Vorsitzende Klaus Stöcklin wies demgemäß wiederholt darauf hin, dass es der Aufgaben zur Genüge gäbe und man sich auch weiterhin für die Region und deren nachhaltige Entwicklung einsetzen müsse. Mehrere Mitglieder betonten den Wunsch, sich bei konkreten Bauvorhaben einzubringen und den Erhalt der Landschaft, aber vor allem den sorgsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einzufordern. Nach den Kommunalwahlen gibt es nun die Möglichkeit, sich mit den neu gewählten Gemeinderäten zum kontinuierlichen Austausch zu vernetzen.

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Um dem in der Satzung vermerkten Aufgabenbereich der Bildung und Intensivierung eines Umweltbewusstseins in der Gesellschaft gerecht zu werden, wurde das zu Beginn des Jahres auf den Weg gebrachte Projekt „Wälderakademie“ vorgestellt. Dieses versteht sich als Bildungsplattform für Angebote in und für die Kultur und Landschaft des Hotzenwaldes. Derzeit sind in diesem Projekt fünf Vereins-mitglieder engagiert für eine Vernetzung bestehender Angebote und deren Erweiterung. Die Wälderakademie hatte sich zu Beginn des Jahres unter das Dach des Vereins begeben. Die Resonanz der Mitglieder auf dieses Projekt war sehr positiv.

Vorstandswahlen

In den Wahlen wurden der Vorsitzende, seine Stellvertreterin sowie der Kassenwart im Amt bestätigt. Bei den Beisitzern gab es kleinere Veränderungen. Somit geht der Verein gestärkt in seine zukünftigen Aufgaben. Diesmal nicht „gegen“ etwas, sondern für eine nachhaltige Entwicklung der Region Hotzenwald.

Der Verein für den Erhalt des Abhaus und des Haselbachtals umfasst Mitglieder aus den Gemeinden Bad Säckingen, Rickenbach, Herrischried, Görwihl und Wehr. Vorsitzender ist Heinz-Michael Peter aus Rickenbach Wieladingen. Informationen zum Verein findet man im Internet (www.bi-atdorf.de) und zum Bildungsprojekt Wälderakademie (www.waelderakademie.de).