Nach der Absage der Kultusministerin an eine höhere finanzielle Förderung für das Herrischrieder Schulbauprojekt will Bürgermeister Christof Berger einsparen und weitere Geldgeber finden. "Vielleicht gibt es ja jemanden, der statt einer Fußballmannschaft unsere Schule unterstützen möchte", sagte Berger am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Auf jeden Fall soll auch die bisherige Planung des Schulgebäudes auf kostenreduzierende Maßnahmen abgeklopft werden. Berger: "Dann gibt es statt eines Parketts eben einen Linoleumboden."

Auf 5,6 Millionen runter

Rund 6,5 Millionen Euro soll die Schule nach bisherigen Schätzungen kosten. Es ist das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Gemeinde Herrischried. Von der Bausumme trägt das Land mit Zuschüssen aus dem Schulbauförderungsprogramm und aus dem Ausgleichsstock etwa 5,0 Millionen Euro. Nun will die Gemeinde überlegen, wie sie ihren Anteil von 1,5 Millionen reduzieren kann. Berger: "Wir haben schon bestimmte Einsparmöglichkeiten erörtert, mit denen wir auf nur noch 5,6 Millionen Euro kommen." Abstriche könnten zum Beispiel bei der Fassadenverkleidung gemacht werden.

Gleichzeitig will Berger weitere Geldgeber suchen. Kultusministerin Susanne Eisenmann habe beim Gespräch am Mittwoch im Stuttgarter Landtag auf die Möglichkeit einer Förderung durch Stiftungen oder private Mäzene hingewiesen, berichtet der Bürgermeister. Gleichzeitig habe sie darauf hingewiesen, dass mit einer von der Gemeinde erhofften Anpassung der Förderrichtlinien in den nächsten drei Jahren nicht zu rechnen sei. Berger: "Eine Lex Herrischried wird es nicht geben."

Es muss schnell etwas passieren

"Wir wollen nach wie vor unser Bauprojekt verwirklichen. Dieses Ziel steht über allem", betont der Bürgermeister. Zeitmarken wollte Berge nicht nennen. "Klar ist nur, dass es so schnell wie möglich passieren muss – schon weil die Rickenbacher auf uns warten." Die Herrischrieder spannen mit der Nachbargemeinde in Schuldingen zusammen, und erst wenn klar ist, wie es mit der Gemeinschaftsschule in Herrischried weitergeht, ist klar, ob und wann Rickenbach die gemeinsame Grundschule erweitern kann.

Rückenwind aus Stuttgart

Trotz der abschlägigen Antwort auf eine Erhöhung der Förderrichtlinien hat Berger bei seinem Besuch in Stuttgart Rückenwind gespürt: "Wir wurden in unserem Eindruck bestätigt, dass die oberste Schulverwaltung die Projekte in Herrischried und Rickenbach sehr deutlich unterstützt." Das Gespräch mit der Kultusministerin war durch die CDU-Landtagsabgeordnete Sabine Hartmann-Müller vermittelt worden. Neben Berger und ihr nahmen auch der Rickenbacher Bürgermeister Dietmar Zäpernick teil.