Herrischried Bedenken gegen Funkmast

Interessierte Bürger nicht nur aus Herrischried sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und der Stadt Lörrach folgten der Informationsveranstaltung über Tetra-Funk am Mittwoch in der Herrischrieder Rotmooshalle.

Bei der Infoveranstaltung zum Tetra-Funk und dessen Folgen am Mittwochabend war der Sitzungssaal in der Herrischrieder Rotmooshalle komplett besetzt, der hiesige Gemeindereferent Reinhard Lang hatte in Zusammenarbeit mit dem Verein Lebenswerter Hochrhein die Veranstaltung organisiert. Auch Vertreter der Gemeinde Lörrach konnte der ehemalige Bürgermeister Roland Baumgartner, der die Informationsveranstaltung moderierte, begrüßen. Trotz mehrerer Versuche Vertreter der Tetra-Funk-Anbieter und Betreiber des Sendemastes mit an den Tisch zu bekommen und damit die Ausgewogenheit der Veranstaltung zu gewährleisten, blieben deren Stühle leer. Zuletzt war der ursprünglich geplante Termin der Infoveranstaltung am dritten Dezember aus diesem Grunde schon einmal verschoben worden.

„Seit Inbetriebnahme des neuen Funkmastes in Herrischried im September 2012 leiden viele Herrischrieder Bürger unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die nicht nur in Herrischried zu beobachten sind, sondern überall auftreten wo Mensch und Tier einer Strahlenbelastung durch Sendemasten ausgesetzt sind“, teilte Gemeindereferent Reinhard Lang mit, als er die Auswertung des Gesundheitsfragebogens der Gemeinde Herrischried von Oktober/November 2012 bei der Veranstaltung vorstellte. 107 ausgefüllte Bögen liegen der Auswertung zu Grunde. Zu den gesundheitlichen Belastungen, die mit erhöhter Strahlenbelastung in Zusammenhang gebracht werden gehören unter anderem Depressionen, Nasenbluten, Einschlafprobleme, Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen. Der Konstanzer Umweltmediziner Joachim Mutter beschreibt den Zusammenhang des Anstiegs von Medikamentierung in Zusammenhang mit ADHS, Burnout, Depressionen, Arbeitsunfähigkeit und weiteren psychischen und neuronalen Erkrankungen seit dem rasanten Ausbau des Funknetzes seit Ende der 90er Jahre.

Er befürchtet angesichts der höchsten Grenzwerte von elektromagnetischer Strahlung im internationalen Vergleich Langzeitfolgen: „Die Gefahren von elektromagnetischer Strahlung ist mit denen etwa von Asbest, Benzindämpfen oder Rauchen vergleichbar.“

Der Funktechniker und Telekommunikationsfachmann Ulrich Weiner kommt von technischer Seite zu ähnlich bedenklichen Ergebnissen. „Zum einen ist Tetrafunk, der ja dem Katastrophenschutz dienen soll hoffnungslos veraltet und zweitens in höchstem Maße unzuverlässig – eine Prüfung seiner Tauglichkeit im Katastrophenfall hat es im Vorfeld nie gegeben“, stellt er dar. Im Einsatzfall sei das System schon ausgefallen, Polizisten etwa mussten in Einsätzen auf persönliche Handys zurückgreifen, in den Niederlanden kamen drei Feuerwehrleute in einem Großeinsatz ums Leben. Während in vielen Europäischen Staaten längst nicht mehr mit Tetrafunk gearbeitet wird, halten die Deutschen Behörden fest an dem unzuverlässigen System, das inzwischen Milliarden verschlungen habe, so Weiner. Die Diskussion brachte die große Besorgnis der Anwesenden zum Ausdruck und vor allem eines bewegte die Menschen – was kann getan werden um die Strahlenbelastung zu vermeiden? Weiner und Mutter sind sich einig: „Bei sich anfangen, sich öffentlich zu Worte melden und jede Strahlungsquelle im eigenen Heim vermeiden.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Herrischried
Herrischried
Herrischried
Großherrischwand
Herrischried
Hotzenwald
Die besten Themen
Kommentare (3)
    Jetzt kommentieren