In den nächsten zehn Tagen haben die Kleinvermieter in Herrischried und Rickenbach die Möglichkeit, sich professionell beraten zu lassen. „Natürlicher Dorfurlaub“, diese Initiative geht auf die Geschäftsführerin der Hotzenwald Tourismus GmbH, Nicola Vonhof, zurück. Sie organisierte die Bewerbung der beiden Nachbargemeinden bei der Schwarzwald Tourismus GmbH um die Teilnahme an einem, vom Ministerium der Justiz und für Europa finanzierten Marketing Projekt.

Neue Impulse für den Tourismus

21 von 40 Schwarzwaldgemeinden haben den Zuschlag bekommen, darunter auch Herrischried und Rickenbach. Dieses Projekt biete laut Organisatoren viele Möglichkeiten, dem Tourismus auf dem Hotzenwald einen neuen Kick zu verpassen.

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Heide Glasstetter von der Schwarzwald Tourismus GmbH Freiburg hat gleich zwei Vertreter von Futour Nordwest (Dirk Monath) und Futour Südwest (Peter Zimmer) mitgebracht. Sie entwarfen ein neues und interessantes Bild des Tourismus auf dem Hotzenwald. „Less but better“ (weniger, aber besser) lautet die Formel für die neue Einfachheit. Die Trends liegen bei Entspannung und Entschleunigung – "authentisch und mit besonderer Qualität“, so die Experten. Dirk Monath hat davon ganz klare Vorstellungen. Ausschließlich dörfliche Strukturen und Kleinvermieter mit weniger als zehn Betten pro Haus stehen im Fokus der Initiative.

Förderung nur mit hoher Qualität

Aber wer in den Genuss der Förderung kommen will, muss eine hohe Qualität bieten und sich einer Beurteilung durch die Tourismusexperten unterwerfen. Als ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg der Initiative arbeitete Monath in seinem Vortrag die Bedeutung der regionalen Vernetzung heraus: Wo kommen die Produkte für das Frühstück her? Welche Stärken bietet die Region?

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Dazu gehört das Bürgerengagement ebenso wie das Vereinswesen, die Möglichkeiten individueller Erlebnisse genauso wie die kulturellen Angebote, die landschaftlichen Besonderheiten ebenso wie die Wasserqualität. Im besten Falle werden diese hochwertigen Unterkünfte mit den nicht minder hochwertigen Produkten regionaler Anbieter, der Gastronomie und Kleinoden in Kunst und Gewerbe Synergien entwickeln und zu einer gut funktionierenden Interessensgemeinschaft zusammenwachsen.

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Peter Zimmer entwarf ein Tourismuskonzept unter nachhaltigen Gesichtspunkten: Wenn in Deutschland im Durchschnitt die Zutaten für die Speisen eines gut bürgerlichen Restaurants nur zu vier Prozent aus dem Umkreis von 100 Kilometer kommen, und die Zubereitung eines argentinischen Steaks gar 60 000 Kilometer Transportweg erfordert, könnte es doch perspektivisch für die Feriengäste wichtig werden, dass der kulinarische Weg eines Lebensmittels die Grenzen der Region nicht übersteigt?

Die Vorträge ließen bei den rund 60 Anwesenden wenig Fragen offen. Allenfalls Bedenken kamen auf: Werden die Unterkünfte den hohen Standartwerten der Schwarzwald Tourismus GmbH genügen? Was bringt diese neue Initiative, wenn die Feriengäste bei ihren Unternehmungen in der Region vor verschlossenen Türen von Museen oder Gasthäusern stehen?