Der Verbleib der alten Eisenhartgussglocken aus dem Nordturm der Pfarrkirche St. Zeno wurde am Dienstagabend schnell gefunden, nicht aber, wer für die Kosten aufkommt. Die große St.-Zeno-Glocke soll auf einen Platz auf dem Herrischrieder Friedhof kommen, die mittlere Glocke des Hl. Josef bekommt einen Platz neben der St.-Wendelin-Kapelle Schellenberg und die kleinste Glocke, die Kinderglocke, soll im Eingangsbereich des Pfarrsaales aufgestellt werden.

Am späten Dienstagabend traf sich das Kirchengemeindeteam Herrschried mit dem Bürgermeister Christof Berger für ein Sondierungsgespräch zum Verbleib der drei alten Eisenhartgussglocken, welche ziemlich genau vor einem Jahr durch Bronzeglocken ersetzt wurden. Pfarrer Bernhard Stahlberger war verhindert. Für die größte der drei Glocken war nach einer Begehung auf dem Friedhof noch gleich ein herrlicher Standort gefunden, der von weit her gut einsehen werden könnte.

Anfangs uneins: Ein herrlicher Standort auf dem Friedhof für die größte Glocke des Hl. Zeno war gleich gefunden; nicht aber die Art der Aufhängung und wer die Kosten trägt. Bürgermeister Christof Berger (in der Mitte) mit dem Gemeindeteam Herrischried.
Anfangs uneins: Ein herrlicher Standort auf dem Friedhof für die größte Glocke des Hl. Zeno war gleich gefunden; nicht aber die Art der Aufhängung und wer die Kosten trägt. Bürgermeister Christof Berger (in der Mitte) mit dem Gemeindeteam Herrischried. | Bild: Hans-Jürgen Sackmann

Ein optimaler Termin wäre der Frühling. Die Gemeinde plant zu diesem Zeitpunkt, den Herrischrieder Friedhof für alternative Bestattungsformen aufzuwerten und umzubauen. Dann könnte man gleichzeitig auch den Friedhof mithilfe der alten großen St.-Zeno-Glocke verschönern.

Alle drei Glocken sind seit dem Auszug beim Schreinermeister Harald Schneider eingelagert. Er möchte sie irgendwann wieder loshaben, aber er versicherte dem Gemeindeteam, dass keine Eile geboten ist. Die Glocken sollen nicht entrostet, sandgestrahlt und lackiert werden, sondern im Originalzustand, wie sie den Nordturm verlassen haben, belassen werden.

Meinungsverschiedenheiten: Wie und wo sollen die Glocken installiert werden?

Sehr uneins war man über die Art und Weise, wie die Glocke installiert werden soll. Die Gemeindekasse in Herrischried ist sehr klamm und da tut jeder Euro an Zusatzkosten weh. Bei der Findung der Konstruktion war der Mittelpunkt der Interessen, sehr auf Sparen ausgerichtet. Man vertagte die finale Konstruktionsausführung. Der Gemeinderat und der Stiftungsrat sollen sich zuerst darüber einigen, wer und wie viel jeder von den anfallenden Kosten trägt.

Danach bewegte sich der Tross nach Großherrischwand zur St.-Wendelin-Kapelle Schellenberg, wo die mittlere Glocke des Hl. Josef einen würdigen Platz finden soll. Der nahezu komplett anwesende Ortschaftsrat war Feuer und Flamme von der Idee den Platz, um die Kapelle durch das Aufstellen der Stahlglocke zu bereichern.

Ein geeigneter Platz war schnell gefunden, doch auch hier schieden sich die Geister, wie man die Glocke installieren soll. Von der Idee, den oberen Teil der Glocke abzubauen, war der Ortschaftsrat Dirk Bürklin gar nicht begeistert. Das Besondere an den Stahlglocken ist es, dass sie keine so schöne angegossene Krone besitzen. Stattdessen haben sie eine angeschraubte Jochkonstruktion. Wenn man diese abmontiert, verliert die Glocke sehr von ihrem ursprünglichen Reiz als Stahlglocke.

Der Ortsvorsteher Klaus Baumgartner wusste gleich Rat: „Wir stellen einfach die Hl.-Josef-Glocke zur Schellenberger Chilbi am 22. Oktober provisorisch auf. Danach kann sich jeder ein Bild machen und es wird sich die passende Konstruktion finden“. Der Ortschaftsrat hofft so, auch auf viele Helfer und auf Spenden, damit die aufgestellte Glocke zu einem Blickfang neben der historischen Kapelle wird.

Die kleinste Glocke, die Kinderglocke, soll im Eingangsbereich des Pfarrsaales platziert werden und bereitete kein Kopfzerbrechen.