Wer am Samstag den Weg zum Jahreskonzert des Akkordeon-Orchesters Herrischried in die Rotmooshalle gefunden hatte, wurde mit einem wunderbaren musikalischen Wochenausklang belohnt. Drei Stunden leidenschaftlich gespielter und gesungener Musik zwischen Klassik und Moderne wurden geboten.

Durch den Abend führte Klaus Matt, ergänzt um einzelne Moderationen von Ilse Kohlbrenner. Priska Herzog und Christoph Kohlbrenner teilten sich das Dirigentenamt.

Wer das Akkordeon nur als „Schifferklavier“ kennt, erlebte, dass dieses Instrument sich in so ziemlich alle Musikgenres hineinspielen und -fühlen kann.

Das Orchester war in vier Stimmen und einen Basslauf besetzt. Wobei die Basslinie von Niklas Braun am Schlagzeug, Eva Nübel am Kontrabass, sowie Ursula Strittmatter am E-Piano geführt wurde.

Der Abend begann mit Filmmusik von Mike Batt und endete mit melancholischem Klezmer aus der Feder von Hans-Günther Kölz, dazwischen klang Vielfalt.

Das concerto d’amore von Jacob de Haan widmeten die sichtlich bewegten Musiker unter der Leitung von Christoph Kohlbrenner ihrem erst im Februar verstorbenen Dirigenten der Spielgemeinschaft der Akkordeon-Orchester Laufenburg und Herrischried, Jörg Geiger.

Der Abend steigerte sich über zwei Höhepunkte. Im Duett mit Dirigentin Prisca Herzog am Akkordeon bewies Ingrid Werner am E-Piano dem Publikum, dass man auch im reiferen Alter ein Instrument erlernen kann und nach eineinhalb Jahren Übung schon bühnenreif ist.

Das Publikum belohnte diesen Mut mit mehrfachem Applaus. Verschmitzt berichtete sie später im Gespräch, sie habe bis zum Alter von zehn Jahren so, „wie es damals üblich war“ Klavierunterricht genossen. Die Saat geht also jetzt auf.

Überwältigend war die Stimmgewalt und Leidenschaft mit der der aus Bernau geladene Gospel-Chor „Stimmen-Los!“ unter der Leitung von Heinz Zimmermann seine Lieder darbot.

Als Gast des Abends beim Jahreskonzert des Akkordeonorchesters Herrischried sang sich der Bernauer Gospelchor „Stimmen-Los!“ in die Herzen des Publikums.
Als Gast des Abends beim Jahreskonzert des Akkordeonorchesters Herrischried sang sich der Bernauer Gospelchor „Stimmen-Los!“ in die Herzen des Publikums. | Bild: Annka Mickel

Die Vielstimmigkeit war so pointiert und mit vollem Körpereinsatz vor getragen, dass einem die Musik förmlich ins Blut ging. Das Publikum forderte begeistert eine Zugabe. Das Akkordeon-Orchester ließ den Abend eher ruhig melancholisch ausklingen. Nach zwei Zugaben gab es einen fulminanten Abschluss mit Gospelchor und Orchester: The Rose von Amanda McBroom.

Man wünschte sich, etwas von diesem musikalischen Schwung und der Leichtigkeit mit in den Alltag nehmen zu können. Sicherlich erleichtert war Bürgermeister Christoph Berger, als er am Ende des Konzertes seine „Strafe“ überstanden hatte.

Vor die Wahl gestellt, für einen versäumten Termin mit dem Akkordeon-Orchester entweder zu singen, zu tanzen oder etwas vor zu spielen, suchte er vom Dachboden seine alte diatonische Quetschkommode hervor und brachte es immerhin auf die ersten vier Takte des Volksliedes „Tief im Hotzenwald, da steht ein Bauernhaus.“

Den Abschluss eines erfüllten musikalischen Abends bildete eine gemeinsame Zugabe des Gospel-Chores "Stimmen-Los!" aus Bernau und des Herrischrieder Akkordeonorchesters. Das Publikum belohnte das sehr abwechslungsreiche Programm des Jahreskonzertes mit reichlich Applaus.
Den Abschluss eines erfüllten musikalischen Abends bildete eine gemeinsame Zugabe des Gospel-Chores "Stimmen-Los!" aus Bernau und des Herrischrieder Akkordeonorchesters. Das Publikum belohnte das sehr abwechslungsreiche Programm des Jahreskonzertes mit reichlich Applaus. | Bild: Annka Mickel