Unter wegen der Corona-Schutzmaßnahmen außergewöhnlichen Bedingungen machten sich am Donnerstagabend rund 280 Personen ein Bild über die drei Bewerber für das Herrischrieder Bürgermeisteramt. Manfred Krüger, Christian Dröse und Annekatrin Mickel stellten sich in zwei unmittelbar aufeinanderfolgenden, jeweils etwas länger als zweistündigen Veranstaltungen in der Rotmooshalle vor. Die von der Gemeinde organisierte und vom nicht mehr antretenden Bürgermeister Christof Berger geleitete Kandidatenvorstellung wurde per Livestram im Internet übertragen. Rund 60 Zuschauer verfolgten den ersten und rund 100 den zweiten Stream. In der Halle selbst waren rund 50 Personen bei der Veranstaltung um 17 Uhr, rund 70 bei der um 20.15 Uhr zugegen.

Bei zwei Terminen am Donnerstag stellten sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Herrischried den Bürgern vor und beantworteten Fragen. An die 50 Zuhörer kamen zum ersten Termin um 17 Uhr.
Bei zwei Terminen am Donnerstag stellten sich die Kandidaten für die Bürgermeisterwahl in Herrischried den Bürgern vor und beantworteten Fragen. An die 50 Zuhörer kamen zum ersten Termin um 17 Uhr. | Bild: Peter Koch

Wie bei offiziellen Kandidatenvorstellung üblich, war auch diese strikt reglementiert, um allen Bewerbern für ihren Auftritt möglichst dieselben Bedingungen zu garantieren. Zunächst hatte jeder Bewerber 15 Minuten Zeit für seine jeweilige Vorstellungsrede – alle aus dem Bewerbertrio kamen mit weniger aus. Dann verlas Bürgermeister Berger per Mail oder schriftlich eingereichte Fragen von Bürgern, auf die die Kandidaten in wechselnder Reihenfolge antworteten.

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Er kenne die Bedürfnisse der Gemeinde, aber nicht jedes einzelnen Bürgers, antwortete Krüger auf die erste Frage, was nach Meinung der Bewerber die Bürger von ihrem zukünftigen Bürgermeister erwarteten. Die Herrischrieder wollten, dass der Bürgermeister mehr mit ihnen rede, sagte Dröse. Gemeinschaftsschule, 5G-Funk und Kindergartenplätze bewegen nach Meinung von Mickel derzeit am meisten. Nach den größten Herausforderungen befragt, vor denen die Gemeinde stehe, nannte Krüger Schule, Straßen, Internet und vor allem die Finanzen. Auch Dröse sieht in der Schule und den Finanzen die größten „Baustellen“. Mickel hingegen nannte die Versorgung mit Lehrern, die auch bereits seien, sich ins Gemeindeleben einzubringen und fügte dann hinzu: „Ich wünsche mir Frieden im Winterdienst.“

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Beim Tourismus mahnte Krüger an, dass sich die Herrischrieder Vermieter da selbst mehr einbringen müssten. Widerspruch kam darauf von Dröse, der erklärte, die Gemeinde müsse sie mehr abholen, man könne nicht voraussetzen, dass sich da jeder selbst in Bewegung setze. Es gebe schon jetzt viele, die mitgestalten wollen, sagte Mickel unter Verweis die Rolle des Vereins Aktiver Hotzenwald. Zum Hotelprojekt Stehlesee befragt, erklärte Krüger, dass sich dafür nun schon 30 Jahre lang kein Investor gefunden habe. „Warum sollte es dann nicht jetzt klappen?“ entgegnete Dröse. Mickel sagte, sie würde gerne die Dimensionen des Projekts kennen, bevor sie Ja oder Nein sagen solle. Einig waren sich alle, dass Herrischried endlich einen Wohnmobilstellplatz braucht.

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Zum geplanten Gewerbegebiet erklärte Dröse, die Gemeinde habe lange genug drauf gewartet. Mickel verlangte, es müsse vor allem für Herrischrieder Betriebe das sein. Das sei eine Selbstverständlichkeit, so Krüger. Einig waren sich die drei Kandidaten, dass die Bürgerbeteiligung gestärkt werden müsse. Ebenso freuen sich alle, dass die Gemeinde in absehbarer Zeit endlich über schnelles Internet verfügen wird. Und alle drei erklärten, Gegner der Pumpspeicherpläne gewesen zu sein. Übereinstimmend sprachen sie sich auch dafür aus, das Leitbild Ortsentwicklung fortzuschreiben.

Der amtierende Bürgermeister Berger führte durch den Abend und verlas die Bürgerfragen. Herr Peter, Hausmeister der Hotzenwaldschule, sorgte für die nötige Hygiene während der Veranstaltung.
Der amtierende Bürgermeister Berger führte durch den Abend und verlas die Bürgerfragen. Herr Peter, Hausmeister der Hotzenwaldschule, sorgte für die nötige Hygiene während der Veranstaltung. | Bild: Peter Koch

Zwei Umstände sorgten für gewisse Irritationen. Weil auf der Bühne nicht genügend Platz für die Tische des Versammlungsleiters und der drei Bewerber sowie das Stehpult war[VM1] [VM2] , wurde zu Beginn ein Tisch, der von Christian Dröse, hinten im Bühnenraum abgestellt. Weil an jedem Tisch groß der Name des jeweiligen Bewerbers stand, war in der ersten Veranstaltung links des Pults „Manfred Krüger“ zu lesen, rechts „Annekatrin Mickel“. Im Auditorium protestierten nun einige, dass der Name des dritten Bewerbers Christian Dröse fehle. Zu Beginn der zweiten Veranstaltung wurden die beiden anderen Namensplakate deshalb zunächst abgehängt.

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Ferner stießen sich Besucher daran, dass zu Beginn beider Veranstaltung und während der Begrüßungsreden des Bürgermeisters Manfred Krüger auf der Bühne war, die beiden anderen Bewerber aber nicht. Es ist üblich, dass bei der Vorstellungsrede die Mitbewerber nicht im Saal anwesend sind. Weil die Vorstellungsreden entsprechend der Platzierung auf dem Stimmzettel gehalten wurden, trat Krüger als erster auf, wartete aber anders als seine Mitbewerber nicht in einem Nebenraum sondern auf der Bühne, bevor er ans Mikrofon trat.

Aufzeichnungen der beiden Veranstaltungen sind auf der Homepage der Gemeinde Herrischried verfügbar: www.herrischried.de/news/1/582953/nachrichten/livestream-der-kandidatenvorstellung-am-donnerstag,-den-2.-juli-2020.html