Berechtigte Sorge vor Hochwasser oder Sturm im Wasserglas? In Hasel sieht sich das Rathaus derzeit mit der Öffentlichkeitsarbeit eines besorgten Bürgers konfrontiert. Peter Dreier warnt Gemeindeverwaltung und Bürgerschaft vor den Gefahren, die aus Unterlassungen beim Hochwasserschutz resultieren könnten. Bürgermeister Helmut Kima dagegen verweist auf Nachfrage auf längst angelaufene Maßnahmen. Seine Meinung entsprechend zum Ausdruck gebracht hat Dreier nicht nur in zahlreichen Schreiben an den Bürgermeister, Gemeinderatsmitglieder und das Landratsamt Lörrach. Darüber hinaus gibt der 76-jährige pensionierte Lehrer auf seiner Website „Hochwasserrisiken nach Platzregen“ detailreich Auskunft.

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Alarmiert war Dreier, nachdem im Juli dieses Jahres aufgrund des starken Dauerregens der Pegel der Hasel an der Wehranlage in bedenklicher Weise angestiegen war. „Es hat nicht mehr viel gefehlt und das Wasser wäre übergelaufen“, erinnert er sich. Als „neuralgische Punkt“ sieht er außerdem die Fischtreppe sowie den Wassereinlauf von der Hasel in den Mühlebach. Neben der technischen Verbesserungen von Wehranlage, Fischtreppe und der Bachbetten von Hasel und Mühlebach durch qualifizierte Fachbetriebe fordert er eine Neubewertung des Hochwasserrisikos für Hasel.

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Besonders die springflutartigen Überschwemmungen nach Starkregen, wie sie in diesem Sommer etwa in Inzlingen beobachtet werden konnten, bereiten dem 76-Jährigen große Sorgen. Die Einbeziehung von Anrainern in den Hochwasserschutz durch die Gemeinde Hasel sieht er dabei als wichtige Maßnahme, damit die Anwohner „an den Schwachpunkten ihre Häuser besser schützen können“, so Dreier. Er selbst habe sein Haus in der Glashütter Straße inzwischen abgesichert. Eine Überschwemmung von Garage und Keller würden bei ihm eine Schaden von mindestens 100.000 Euro verursachen, so seine Befürchtung.

Hasels Bürgermeister Kima sieht im Engagement Dreiers zwar einen „ehrenwerten Einsatz“. Den Vorwurf, dass das Thema Hochwasser im Rathaus ignoriert werde und sich die Verwaltung durch Untätigkeit oder halbherzige Maßnahmen auszeichne, kann er jedoch nicht nachvollziehen. Das Thema Hochwasser sei in der Geschichte des Dorfes nichts Neues, betont Kima. „Es wird ernst genommen.“ Die Verwaltung habe gemeinsam mit einer Fachfirma bei einer Ortsbegehung die Wehranlage an der Hasel begutachtet. Dolen, Brücken und Gewässer würden vom Bauhof regelmäßig inspiziert. Auch an der Fischtreppe sei man „längst dran“.

An der Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde will Kima ebenfalls keine Kritik gelten lassen. Erich Linsin, ehemaliger Hochwasserexperte im Landratsamt Lörrach, sei in Kontakt mit dem Rathaus und dem Kommando der Haseler Feuerwehr. Für die kommenden Monate stellt Kima eine Informationsveranstaltung in Aussicht, die sich besonders an von Hochwasser betroffene Anrainer richten wird.