Gute Nachrichten gibt es für die Bürgerinnen und Bürger von Hasel. Die Gebühren für die Versorgung mit Frischwasser sowie die Abwasserbeseitigung werden im kommenden Jahr nicht steigen. Angesichts schwieriger und verunsichernder Zeiten müsse „eine Erhöhung nicht gerade jetzt erfolgen“, betonte Bürgermeister Helmut Kima in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

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Der Preis für Frischwasser verbleibt damit bei 2,15 Euro pro Kubikmeter. Für die Entsorgung des Abwassers werden die Einwohner Hasels weiterhin drei Euro pro Kubikmeter berappen müssen. Im Rahmen der einstimmig angenommenen Vorschläge zu Kalkulation und Beschluss der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung 2021 wurde außerdem betont, dass die Gemeinde Hasel weiterhin auf die Einführung einer gesplitteten Abwassergebühr verzichten werde. „Der Aufwand stünde in keinem Verhältnis zu den Mehreinnahmen“, erklärte Kima.

Entscheidung für stabile Gebühren

Für eine zusätzliche Belastung der Bürgerinnen und Bürger sei es „ein sehr schlechter Zeitpunkt“, begründetet Kima den Verzicht. Ein Drehen an der Gebührenschraube träfe letztlich alle Bewohner der Gemeinde. Solange die Verwaltung noch kostendeckend arbeiten könne, sei eine Entscheidung für stabile Gebühren zu rechtfertigen. Er könne aber nicht sagen, was im Jahre 2022 entschieden werden müsse. „Beim Abwasser werden wir sicher hochmüssen“, sagte er.

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Der Hasler Bürgermeister verschwieg nicht, dass bereits jetzt ein nicht unerheblicher Kostendruck gegeben sei. Rein rechnerisch habe der Verzicht darauf, die Abwassergebühr auf 3,50 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen, ein Defizit von knapp über 20.000 Euro für das Jahr 2021 eingefahren. Die Kostenüberdeckung könne aber mit den Kostenunterdeckungen des Jahres 2018 und 2019 verrechnet werden, wie es im Beschlussvorschlag heißt. Kima präzisierte: Zugute komme der Gemeinde die vor einigen Jahren durchgeführte Kanalsanierung. Positiv bemerkbar machten sich heute nicht nur die geringeren Unterhaltskosten eines sanierten Kanalsystems, sondern auch die nicht unerheblichen Zuschüsse, die Hasel für diese Baumaßnahme erhalten habe.

Kima warnt vor Kostendruck

Der Kostendruck werde in Zukunft aber noch zunehmen, warnte Kima. Die Stadt Wehr habe bereits angekündigt, die für Hasel bisher sehr günstigen Vertragsbedingungen zur Abwasserentsorgung in der Kläranlage Brennet „anzupassen“. Eine Erhöhung der Kosten von 20.000 auf über 30.000 Euro stehe der Gemeinde ins Haus, informierte Kima. Zu rechnen sei außerdem damit, dass Hasel für seine Versorgung mit Frischwasser aus Schopfheim künftig tiefer in die Tasche greifen muss.

Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich die aus dem neuen kommunalen Haushalts- und Kassenrecht resultierenden Veränderungen auf die Kosten- und Gebührenstruktur auswirken werden. Nach neuer Lesart könnten künftig auch bereichsspezifische Personalkosten, etwa für Sachbearbeiter, zu höheren Gebühren beitragen.

Der Bürgermeister Helmut Kima versprach in der Sitzung, dass die Gemeindeverwaltung alles versuchen werde, um bei der Erstellung von Kalkulationen auf die Dienste kostenpflichtiger, externer Dienstleister zu verzichten. „Wir versuchen in Zukunft, die Wassergebühren selbst zu kalkulieren“, erklärte Helmut Kima.