Auf ein „nicht immer einfaches Jahr“ blickte Bürgermeister Helmut Kima in der letzten Sitzung des Haseler Gemeinderates 2020 zurück. Neben besten Wünschen besonders für die Gesundheit gab er Gemeinderäten und Bürgern auch mahnende Worte mit auf dem Weg in die Weihnachtspause. Sein sorgenvoller Ausblick galt den Finanzen der Gemeinde. Laut Kima werde sich die Bürgerschaft auf „enger gestrickte“ Ergebnishaushalte einzustellen haben.

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Fast ein wenig wehmütig klang der Bürgermeister, als er für den Jahresabschluss 2019 nochmal ein „ordentliches Ergebnis“ vermelden konnte. Knapp 98.000 Euro hat die Gemeindeverwaltung aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet. Ausschlaggebend waren im vergangenen Jahr rekordverdächtige Eingänge von Zuweisungen und Fördergeldern für zurückliegende Projekte, so Kima. Erfreuliche Auswirkungen hat dies auf die finanziellen Rücklagen der Gemeinde. Wie der Gemeindekämmerer Horst Weiß errechnet hat, erhöhen sich diese auf 290.000 Euro.

Finanzielle Reserven

Wie die späteren Ausführungen Kimas bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfes 2021 zeigten, wird die Gemeinde Hasel diese finanziellen Reserven auch sehr benötigen. Neben einem deutlichen Rückgang bei der Einkommens- und Gewerbesteuer in Höhe von 80.000 Euro wies Kima auf die coronabedingten Einnahmeausfälle beim Betrieb der Hasler Höhle hin. Für das Jahr 2020 wird mit entgangenen Einnahmen zwischen 20.000 und 30.000 Euro gerechnet.

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Schon der Jahresabschluss 2020 wird nur durch den Zugriff auf die Rücklagen auszugleichen sein. Noch düsterer stellt sich die Prognose für 2021 dar. Bei unveränderten Gebühren- und Steuersätzen sei für 2021 mit einem Fehlbetrag von 190.000 Euro zu rechnen, so Kima. Davon entfielen 100.000 Euro auf „vorsorglich“ eingeplante Mittel für Straßensanierungen in Zusammenhang mit dem Ausbau des Breitbandnetzes.

Kaum Einsparpotenziale

Finanziell ebenfalls im Auge zu behalten sei das anstehende Gemeindejubiläum mit Festakt und Herausgabe einer Chronik. Als positiv sei festzuhalten, dass sich die Infrastruktur der Gemeinde dank hoher Investitionen in der jüngeren Vergangenheit in einem guten Zustand befinde und Sanierungsmaßnahmen unnötig seien, sagte Kima.

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Zwar werde auch im Jahr 2021 ein Zugriff auf die Rücklagen „noch vertretbar“ sein. Von einer dauerhaften Lösung könne aber keine Rede sein, stellte Kima klar. An der Erhöhung von Steuern und Gebühren wie sie andere Städte und Gemeinden vormachten, werde Hasel nicht vorbeikommen.

Dass sich die Situation im Vergleich zu anderen Gemeinden „noch harmlos“ darstelle, war für den Haseler Bürgermeister allerdings kein Trost. Mit einem Ende der finanziellen Rücklagen sei 2022 zu rechnen. Einsparungspotenziale gebe es praktisch nicht. „Ohne Anpassungen kommen wir nicht durch“, so Helmut Kima.