Die Wiedereröffnung der Haseler Erdmannshöhle rückt näher. Zumindest in technischer Hinsicht hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beste Voraussetzung dafür geschaffen. Er genehmigte einstimmig, die Firma Cave Lighting aus Herborn mit der Umsetzung des Projektes „Schauhöhle ohne Führung“ für den Angebotspreis von gut 52.000 Euro zu beauftragen.

Die Ausstattung

Wann auch immer die Tür zur Höhle wieder geöffnet wird – Besichtigungen werden dann unter anderen Voraussetzung stattfinden. Künftig werden nicht mehr sachkundige Höhlenführer Schulklassen und Touristen durch die Tropfsteinhöhle führen. Die Entscheidung zur Aufrüstung und Modernisierung mit LED-Beleuchtung und Kamerasystem sowie zur Umstellung auf führerlosen Betrieb sind jedoch weniger auf die Möglichkeiten der Digitalisierung zurückzuführen als auf den chronischen Personalmangel.

Fachleute

Überzeugt zeigte sich Bürgermeister Helmut Kima, mit Cave Light ausgewiesene Profis am Werk zu wissen. Überlegungen, für die Umsetzung zunächst lokale oder regionale Elektrobetriebe zu berücksichtigen, seien zwar angestellt worden. Angesichts der spezifischen Bedingungen und Anforderung in der Erdmannshöhle sei der Auftrag aber bei Experten in guten Händen. Dies hätte auch eine Rückfrage bei einem regionalen Elektromeister bestätigt. Der Bürgermeister erinnerte außerdem daran, dass die Firma 2014 bereits ein vom Naturpark Südschwarzwald gefördertes Projekt zur energetischen Sanierung der Erdmannshöhle „zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt hat“.

Sorge um langweilige Präsentation

Mit 1500 Euro schlägt das in der Beschlussvorlage als „äußerst preiswert“ gepriesene Angebot von Jeannot Weißenberger zu Buche. Der Grafikdesigner aus Schopfheim wird mit der Herstellung der neuen Informationstafeln beauftragt. Bedenken äußerte Gemeinderätin Renate Scholz. Sie fürchtet, dass sich Besichtigungen, die Besuchern lediglich Tafeln als Informationsquelle anbieten, „relativ langweilig“ gestalten könnten. „Die Höhle ist sicher nicht langweilig“, entgegnete Kima.

Audio-Guides auch möglich

Gegenüber dem Vorschlag der Gemeinderätin, die Höhle mit Audio-Guides (eingesprochener Text, der beim Besuch mit Kopfhörern angehört werden kann) auszustatten, zeigte er sich aber nicht grundsätzlich abgeneigt. Die Höhle solle zunächst in einen zweijährigen Probebetrieb gehen, nachrüsten könne man später. Hoffnungen auf eine kurzfristige Anschaffung musste der Bürgermeister enttäuschen. „Der Förderantrag ist ausgeschöpft“, stellte er klar.

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Auch das neue Projekt kann mit Mitteln des Naturparks rechnen. Die Gemeindeverwaltung erwartet eine Förderung in Höhe von 26.700 Euro, was rund 60 Prozent der Gesamtkosten entspricht. Im Juni ist die schriftliche Bewilligung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns im Haseler Rathaus eingegangen.