Corona macht am Dinkelberg nicht Halt“, sagte Hasels Bürgermeister Helmut Kima im Sommerinterview. Er behält Recht, auch im Höhlendorf ist die Pandemie zu spüren und hinterlässt ihre Spuren. Das bemerken die Vereine am schmerzhaftesten, allen voran wohl der Höhlenverein, der das Hasler Wahrzeichen, die Erdmannshöhle, erstmals über die gesamte Saison geschlossen lassen muss. Zu groß ist das Infektionsrisiko in den engen Gängen, auch für die Höhlenführer, die oft zur Risikogruppe zählen.

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Als Bürgermeister Kima beim Neujahrsempfang Anfang Januar einen Ausblick auf das Jahr 2020 wagt, ist von einer Pandemie noch nichts zu merken. „Wir wissen sehr genau, wo wir in diesem Jahr hinwollen“, hatte Kima gesagt. Und nennt konkret die Planungen für das Wohngebiet „Kaiden“ und für den Neubau des Gemeindebauhofs. Beiden Vorhaben kommt Hasel 2020 näher.

Absagen

Mit großen Schritten kommt zu dieser Zeitpunkt auch die Hasler Buurefasnacht näher, für die in den Ankündigungen ein Teilnehmerrekord versprochen wird. Schließlich steht ein zweifaches Jubiläum von Höhli-Teufel und Mühli-Häxe an. Der Narrenwurm zieht dann am 1. März durch den Ort, geschätzt 800 Hästräger sind dabei. Danach dominiert aber ein „Abgesagt“ die meisten Meldungen: Corona erfasst den Hasler Veranstaltungskalender mit Wucht. Darunter fallen zahlreiche Versammlungen, aber auch Konzerte und Auftritte, das beliebte Oldtimer-Treffen – und der Höhlenverein verkündet am 18. März, dass die Höhle bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

Höhle und Tunnel

Im Juni folgt dann der Hammer: 2020 wird erstmals kein einziger zahlender Gast in die Höhle gelassen. Ein für einen sicheren Betrieb der Erdmannshöhle erforderliches Schutz- und Hygienekonzept sei schlicht nicht umzusetzen, so die Gemeindeverwaltung. Dafür fällt ein Schlaglicht auf eine andere „Höhle“: Die Wehratalbahn und der Hasler Tunnel rücken ins Licht des Interesses, als im Juli das Ergebnis einer Studie zum Fahrgastpotenzial vorliegt: 12.000 Fahrgäste könnten die reaktivierte Bahn nutzen. Im Herbst schließt sich das Landesverkehrsministerium dieser Sicht an und stuft die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke als durchaus machbar ein. Hasel ist also einem S-Bahn-Anschluss 2020 ein Stück näher gekommen.

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Über dem sowieso immer auf Kante genähten Hasler Haushalt brauen sich derweil dunkle Wolken zusammen: Es werde ein „schwieriges Jahr 2021 werden“, mahnt Bürgermeister Helmut Kima schon im April im Gemeinderat. Im Sommerinterview wird Kima konkreter: 150.000 Euro – für Hasel ein dicker Brocken – sollen coronabedingt fehlen. Das wird später auf 190.000 Euro nach oben korrigiert.

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Der neuerliche Lockdown im Herbst betrifft dann auch die Hasler Gastronomie und das Rathaus erneut – es wird alles geschlossen, die Fasnacht 2021 abgesagt. Dafür fällt der Höhlenverein eine weitreichende Entscheidung: Wenn die Höhle wieder geöffnet werden darf, sollen Besucher die Höhle auch ohne Führer erkunden dürfen. Dafür soll die Tropfsteinhöhle mit moderner Technik umgerüstet werden.