FDP-Bundestagsabgeordneter Christoph Hoffmann und FDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Denzinger sprachen mit Bürgern umliegender Ortschaften über dieses Thema. Als Vertreter der FDP Schopfheim waren der Vorsitzende Martin Kimmig und sein Stellvertreter Dieter Raps vor Ort.

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Ein Blick zurück: Am 20. Mai 1890 gab es für die Gemeinde Wehr Grund zum Feiern: Die Inbetriebnahme der Wehratalbahn wurde zu einem wahren Volksfest. Endlich gab es nun auch für Wehr eine Bahnverbindung ins Rhein- und Wiesental. Fast auf den Tag genau 81 Jahre später, am 22. Mai 1971, fuhr der letzte Personenzug von Säckingen nach Schopfheim. In den frühen 1980er-Jahren wurde dann auch der bis dahin noch betriebene Güterverkehr endgültig eingestellt, und die Wehratalbahn war Geschichte.

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Infolge eines Beschlusses des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg, alle landesweit stillgelegten Strecken hinsichtlich einer Rentabilität ihrer Wiederinbetriebnahme zu prüfen, ist nun auch die Reaktivierung der Wehratalbahn in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. In Wehr schlossen sich bereits Befürworter zur Interessengemeinschaft Pro Wehratalbahn zusammen. Klaus Denzinger sprach gleich zu Beginn des Treffens Klartext: Erst einmal sei die Entscheidung des Landes abzuwarten. „Es macht keinen Sinn, allzu hochgesteckte Erwartungen zu hegen.“

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Dieter Raps erinnerte daran, dass die Bahn ursprünglich aus rein strategischen Gründen entstanden sei. Der Tunnel sei gebaut worden, um die Schweiz umgehen zu können. Die Situation heute sei eine ganz andere. Inzwischen gebe es einen ausgeprägten Individualverkehr. Die Wehratalbahn würde daher nur Sinn machen, wenn dieser drastisch eingeschränkt würde. In einer teils erregten Pro- und Kontra-Diskussion verwiesen die Bahngegner auf sinkende Werte von zuvor von der Bahn verkauften Baugrundstücken und den mittlerweile darauf errichteten Häusern. Befürworter verwiesen auf einen langfristig gesehen positiven Effekt der Bahn auf die Infrastruktur in der Region.

Kein dringliches Thema

Denzinger nahm der Debatte den Wind aus den Segeln: „Leute, wir sprechen hier über eine Vision, die keiner von uns mehr erleben wird.“ Das Thema Wehratalbahn sei derzeit kein dringliches, gab er zu bedenken. Erst einmal würden alle stillgelegten Strecken unter die Lupe genommen. Dann werde eine Auswahl jener Strecken getroffen, deren Reaktivierung eine Überlegung wert seien. „Wenn ich mir die anderen Strecken in Baden-Württemberg mit einem ungleich höheren Bevölkerungspotential anschaue, habe ich meine Zweifel, dass wir überhaupt in die engere Auswahl kommen“, so Denzinger.

Warnung vor Euphorie

Auch Christoph Hoffmann dämpfte überzogene Erwartungen. „Man muss das Potential realistisch sehen“, gab er zu bedenken. „Es macht nur Sinn, wenn es sich auch wirtschaftlich darstellen lässt, und da habe ich bei den hier gegebenen Räumlichkeiten so meine Zweifel.“ Man müsse sich die Frage stellen, ob ein Buslinienverkehr nicht entscheidend kostengünstiger wäre. Auch müsse geprüft werden, ob aufgrund zu weniger Firmen in der Region überhaupt ein Gütertransport per Bahn zu erwarten sei. „Ich warne vor einer Euphorie, dass eine Bahn grundsätzlich alle Probleme löst.“ Eine Annäherung der unterschiedlichen Ansichten konnte diese Diskussionsrunde erwartungsgemäß nicht erbringen. Und so gab es denn auch nach Ende des offiziellen Termins für etliche Teilnehmer noch reichlich Diskussionsbedarf.

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