Wie wird die Förderung der Jugendarbeit in Hasel künftig gestaltet? Diese Frage beschäftigte jüngst den Haseler Gemeinderat. Dem Antrag des Musikvereines Hasel (MV) auf zusätzliche Förderung seines musikalischen Nachwuchses erteilte das Gremium zwar eine Abfuhr. Nachdenken will die Gemeindeverwaltung aber darüber, wie sie zu einer langfristigen Perspektive der Zöglingsausbildung beteiligen kann.

Kosten für Gesangslehrerin

Dass es keine über den jährlichen Vereinszuschuss hinausgehende Fördermittel von Seiten der Gemeindeverwaltung für die Jugendausbildung geben wird, ist eine schlechte Nachricht für den MV Hasel. Konkret bedeutet dies, dass die Gemeinde die Kosten für eine Gesangslehrerin, die im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen MV und Grundschule in Hasel unterrichtet, nicht tragen wird.

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Als „nicht ganz glücklich“ bezeichnete Bürgermeister Helmut Kima das Vorgehen des Musikvereines Hasel, die Ende 2019 begonnene Kooperation mit der Grundschule nachträglich zur „Anschubfinanzierung“ zu erklären und dann der Gemeinde Hasel zur Regelfinanzierung vorzulegen. „Es wäre schön gewesen, wenn die Gemeinde schon damals mit ins Boot geholt worden wäre“, lautete die Botschaft Kimas an die Vereinsführung.

Bedenken grundsätzlicher Art

Der Bürgermeister äußerte auch Bedenken grundsätzlicher Art. Unterricht, also die Umsetzung von Lehrplänen an Schulen, werde vom Land finanziert. Kooperationen zwischen der Grundschule und Vereinen habe es immer schon gegeben – ohne dass die Gemeinde Hasel das mitfinanziert hätte. „Es ist schwierig, aus diesem System, auszuscheren“, so Kima.

Schwer tat sich der Bürgermeister auch mit einer möglichen Mitgliedschaft seiner Gemeinde in einer Zweckverband-Jugendmusikschule. Geschätzte Kosten von rund 8000 Euro im Jahr seien nicht finanzierbar, argumentierte Kima. Offen zeigte er sich jedoch für eine Erstattung von Sondergebühren, die Kinder und Jugendliche aus Hasel als auswärtige Schüler etwa an der Jugendmusikschule Wehr-Bad Säckingen zu entrichten haben.

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An ihrer hohen Wertschätzung für den MV Hasel ließen Bürgermeister und Gemeinderäte zwar keinen Zweifel aufkommen. Angesichts sehr hoher Kosten für die musikalische Förderung befürchtete so mancher Gemeinderat ein „Gerechtigkeitsproblem“. Ein Kind in einem Musikverein sollte nicht mehr wert sein als ein ganzer Sportverein, befand Andreas Raimann. Der flammende Appell von Vorstandsmitglied Erich Linsin an den Gemeinderat, die von „Land und Bund vernachlässigte Jugendförderung“ in den Bereichen Sport, Musik und Kunst endlich aufzuwerten, fand aber schließlich Gehör.

Bürgermeister schlägt Kompromiss vor

Bürgermeister Kima schlug einen Kompromiss vor, der die Zustimmung des Gemeinderates fand. Als „Zeichen der großen Wertschätzung“ sprach das Gremium dem MV Hasel eine als Corona-Hilfe deklarierte Einmalzahlung in Höhe von 1500 Euro zu. Darüber hinaus wird die Gemeindeverwaltung beauftragt, in Abstimmung mit den örtlichen Vereinen Hasels eine verändertes Förderungssystem der Jugendarbeit vorzulegen.

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