Zwei der drei Windräder am Glaserkopf bei Hasel stehen momentan tagsüber still. Das Landratsamt Lörrach hat in einer Genehmigungsauflage verfügt, dass sich die Rotoren der nördlichsten und der mittleren Anlage nicht mehr drehen dürfen, wenn die Mahdzeiten der angrenzenden Wiesen nicht geklärt sind. Denn dann konnte der Rotmilan unterwegs sein. Theoretisch gilt diese Auflage bis in den Herbst. Schon seit Anfang April ist zu beobachten, dass sich die beiden Windräder tagsüber nicht mehr drehen. Die dritte Anlage dagegen dreht sich munter weiter. Nachts dagegen, so Anwohner, laufen alle drei Anlagen wie gehabt. Und das, obwohl derzeit ein vom Landratsamt gefordertes Fledermaus-Monitoring lauft. Wie lässt sich das erklären?

Ulrich Stark, Pressesprecher des Windpark-lnvestors EnBW, bestätigt auf Nachfrage, dass das Fledermaus-Monitoring seit dem 1. April läuft. „Das ist eine durchaus übliche Auflage", schreibt Stark. Diese Untersuchung hinsichtlich der Flugbewegungen von Fledermausen laufe in den ersten beiden Betriebsjahren jeweils vom 1. April bis zum 31. Oktober mittels eines sogenannten „Batcorders" – ein Gerät, das mit Hilfe eines Mikrophons Flugbewegungen zählt. Der Recorder befindet sich auf Nabenhohe der Windkraftanlagen und zeichnet die Rufe der Tiere automatisch auf. Parallel dazu, so Stark, müssten die Anlagen nachts in diesem Zeitraum bei geringeren Windgeschwindigkeiten abgeschaltet werden. Aber weil es in den vergangenen Tagen seit 1. April nachts viel Wind gab, durften die Anlagen laufen. Denn Experten gehen davon aus, dass Fledermäuse ab einer gewissen Windstärke nicht mehr unterwegs sind.

Aber warum dreht sich tagsüber nur eine Anlage? Das wiederum hängt an einer Auflage des Landratsamtes. Hier geht es um den Abstand zu einer landwirtschaftlich genutzten Wiese, die sich in einem 300-Meter-Radius um die nördlichste und die mittlere der drei Anlagen befindet. Wann diese Wiese vom Landwirt gemäht oder gedüngt wird, ist ausschlaggebend, erklärt Fachbereichsleiter Georg Lutz. Denn wird sie gemäht oder streut der Landwirt Mist, ziehen die dadurch aufgescheuchten Mäuse und andere Kleintiere eventuell den Rotmilan an. Dieser wiederum steht unter Schutz – die Windkraftanlagen müssten abgestellt werden.

Die EnBW müsse mit dem Landwirt einen Vertrag abschließen, in dem geregelt ist, das der Landwirt der EnBW seine Tätigkeiten auf den Feldern frühzeitig meldet, sagt Georg Lutz. Dieser Vertrag sei aber noch nicht zustande gekommen Deshalb stehen die Anlagen." Bis dieser Vertrag zustande kommt, bleiben die zwei Windräder also tagsüber stehen. „Wir hoffen, dass wir da bald eine vernünftige Lösung finden", sagt Ulrich Stark von EnBW.