Der Streit zwischen dem Gersbacher Heinz Freiner und dem Landratsamt Lörrach um eine Gartenhütte im Hasler Wald wird wohl kein einvernehmliches Ende nehmen. Dem 79-Jährigen wurde von der Behörde eine Frist bis zum 22. März gegeben. Bis zu diesem Datum muss er die Gartenhütte auf seinem Grundstück bei Hasel abgerissen haben – sonst drohen ihm Strafen.

Auch ein Anruf des Petitionsausschusses des Landtages in Stuttgart änderte daran nichts. Einen letzten Versuch startet Freiner nun mit einer Einladung: Er will, dass sich der Ausschuss ein Bild vor Ort macht.

Der Senior kämpft seit mehr als zwei Jahren dafür, dass er die Hütte stehen lassen darf. Doch weil das Landratsamt ihm vorwirft, dass er unzulässige An- und Umbauten vorgenommen habe, muss das Bauwerk weg. Das hatte die Behörde nach einer Anzeige eines Försters und einer Ortsbegehung zunächst verfügt. Heinz Freiner wollte das nicht hinnehmen und ging an die Öffentlichkeit.

Die ganze Sache hat eine lange Vorgeschichte

Seit – nach eigenen Angaben – mehr als 80 Jahren besitzt Heinz Freiners Familie die kleine Hütte im Hasler Wald. Seine Eltern, die eine Landwirtschaft betrieben, haben das Grundstück einst gekauft und darauf eine Hütte gebaut. Diese Hütte hat Heinz Freiner geerbt und sie an seine Bedürfnisse angepasst. Unter anderem hat er sich in der Hütte eine Sitz- und Liegemöglichkeit geschaffen, um sich gelegentlich nach getaner Arbeit aus gesundheitlichen Gründen hinlegen zu können.

Bestandschutz erloschen

Ein Förster aus Gersbach habe ihn angezeigt, seither sei seine Hütte ein Fall für die Behörden. Eigentlich hätte die Hütte Bestandsschutz, doch wegen Umbauten an der Hütte sei dieser erloschen. Das Landratsamt hatte ihm angeboten, dass er um den Abriss herumkomme, wenn die Umbauten wieder entfernt werden. Heinz Freiner aber sieht das nicht ein. Er macht zudem geltend, dass sich der Forst selbst Hütten baue, die wohnlich eingerichtet und mit Toiletten ausgestattet seien.

Streit eskaliert zwischenzeitlich

Zwischenzeitlich eskalierte der Streit zwischen Freiner und der Behörde derart, dass ihm Bedrohung und Beleidigung vorgeworfen wurden, er wurde angezeigt, per Gerichtsbeschluss wurde sein Zuhause nach Waffen durchsucht.

Zwei ordnungsgemäß angemeldete Gewehre sind dabei beschlagnahmt worden. Laut Auskunft des Amtsgerichts wurde er als bedrohlich eingestuft, wogegen er sich zeitweise auch mit einem Anwalt zur Wehr zu setzen versuchte. Später hat sich Heinz Freiner dann an den Petitionsausschuss des Landtags gewandt. Dieser lehnte den Einspruch gegen den Abriss aber ab.

„Die Voraussetzungen für einen Abbruch liegen hier vor. Der angeordnete Abbruch der Hütte ist rechtmäßig und verletzt den Petenten nicht in seinen Rechten. Ermessensfehler sind nicht ersichtlich“, heißt es da zum Beispiel. Die Hütte sei „planungsrechtlich unzulässig“ und bis zu den Umbauten lediglich geduldet gewesen. „Die Hütte steht mitten im Wald, der Petent verbringt dort einen Großteil seiner Freizeit und macht regelmäßig offenes Feuer. Er sperrt damit den Wald zu seinem privaten Gebrauch vollständig ab. All dies stellt einen erheblichen Eingriff in den Naturhaushalt dar“, so der Text. Die Beschlussempfehlung des Ausschusses: „Der Petition kann nicht abgeholfen werden.“

Heinz Freiner ist nun verzweifelt

„Die sollen doch bitteschön herkommen und sich das ansehen“, fordert er nicht nur die zuständigen Mitarbeiter der Baurechtsbehörde, sondern auch die Mitglieder des Petitionsausschusses auf. Er hat einen weiteren Brief an den Ausschuss geschrieben, in dem er ihn nach Hasel einlädt. „Ich werde hier als Lügner hingestellt, aber das bin ich nicht.“

Der Senior weist im Übrigen auch alle Vorwürfe zurück, er habe jemanden bedroht oder beleidigt. Er sieht sich vielmehr als Opfer von Behördenwillkür – zumal die Forstverwaltung im Wald ohne Baugenehmigung Bauten aufstelle, die in seinen Augen völlig überdimensioniert seien. Dass der Einladung jemand folgt, ist allerdings unwahrscheinlich. Heinz Freiner hat auch nicht vor, die Hütte wieder in den Zustand vor den Umbauten zurückzuversetzen – folglich muss er die Hütte bis zum Freitag abreißen.