Ich hatte vor kurzem Gelegenheit, in Hasel eine Infoveranstaltung des EnBW zu besuchen, und verfolge aufmerksam den täglichen Fortschritt dieser Baustelle. Die geschützte Haselmaus bedingte in der Vorbereitungszeit der Baustelle erhebliche Aufwendungen und exakte Terminplanung, da die Winterschlaf- beziehungsweise Aufwachperiode nicht gestört werden durfte.

Nun, nach Baubeginn und sich anbahnender Inbetriebnahme, droht mit der Rotmilan-Population neues Ungemach. Die Betreiberfirma sollte in zentraler Lage des Glaserkopfes tunlichst einen in Nabenhöhe (145 Meter) mit im 2-Schicht-Betrieb (5 Uhr bis 21 Uhr) besetzten Ausguckposten erstellen und diesen mit einer Not-Schnell-Abschaltung bei drohender Kollision mit einem Milan ausrüsten.

Gleichzeitig wäre zum Beispiel eine Gasturbine zum Ausgleich der nun entfallenden Stromproduktion zu starten. Nachdem Milan-Horste bisher bereits genehmigte Windkraftanlagen in Bonndorf sowie auch bestehende Erweiterungspläne des Kalksteinbruchs in Minseln in Richtung Westen verhinderten, wäre die Übernahme solcher Erkenntnisse eine sichere Möglichkeit zur Imageverbesserung der Befürworter einer Autobahnüberdeckelung in Karsau sowie zusätzlicher Argumentation in ihrem bisher aussichtslosen Unterfangen.

Mehrmals, allerdings jeweils nur im Frühjahr, beobachtete ich nämlich über meinem ehemaligen Sägewerks-Betriebsgelände in Minseln ein kreisendes Milan-Paar mit abdriftenden Kreisen in Richtung Karsau. Sofern der Nachweis gelänge, dass dieses Paar durch die geplante Autobahn in ihrem Flugverhalten gestört wird, so stünde einer Autobahn-Überdeckelung, wie gefordert zum Wohle der Anwohner, bestimmt nichts mehr im Wege.

Packen wir’s an.

Manfred Henle, Schwörstadt