Am Freitagnachmittag wurde der Hasler Windpark am Glaserkopf offiziell von Investor EnBW und Vertretern der Politik bei einer kleinen Feier im Feuerwehrhaus eingeweiht – ungeachtet der Widrigkeiten, die es beim Bau der drei Anlagen gab und beim Betrieb immer noch gibt.

„Wir hatten zwei, drei kleinere Probleme“, erklärte EnBW-Projektentwickler Michael Soukoup bei der Begrüßung. Ein bitteres Kichern im Publikum war die Folge. Welch' schwere Geburt dieser Windpark ist, daraus wollte keiner der illustren Redner ein Geheimnis machen, auch wenn Hasels Bürgermeister Helmut Kima erklärte, er wolle den gut 70 Anwesenden Details der Planungs- und Baugeschichte gerne ersparen. Zu groß ist offenbar der Unmut über den durch viele Dinge in die Länge gezogenen Bau und vor allem den im Moment immer noch gestörten Betrieb.

Zur Einweihung des Windparks am Glaserkopf enthüllten (von links) Michael Soukoup, Michael Volz (beide EnBW), Helmut Kima (Bürgermeister Hasel), Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Ulrich Höhler (Erster Landesbeamter) eine Infotafel.
Zur Einweihung des Windparks am Glaserkopf enthüllten (von links) Michael Soukoup, Michael Volz (beide EnBW), Helmut Kima (Bürgermeister Hasel), Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und Ulrich Höhler (Erster Landesbeamter) eine Infotafel. | Bild: Nicolai Kapitz

„Es waren lebhafte fünf Jahre“, sagte Kima im Rückblick. „Aber gefühlt sind wir um das Doppelte gealtert.“

Eingeschränkter Betrieb wegen Auflagen des Landratsamts

Da dürfte auch das aktuelle Problem noch ein paar Alterserscheinungen mehr hinzufügen: „Das versteht kein Mensch“, sagte Kima zu der Tatsache, dass aufgrund einer unerfüllten Auflage des Landratsamts nur eines der drei Räder im Dauerbetrieb laufen darf.

Wegen einer möglichen Gefährdung des Rotmilans durch Landwirts-Arbeiten auf einem benachbarten Feld müssen die beiden anderen werktags tagsüber stehen. Für dieses Problem sucht die EnBW zur Zeit immer noch nach Lösungen, erklärte Pressesprecher Ulrich Stark am Rande der Einweihungsfeier. Mit den beteiligten Landwirten stehe man im Dialog. Dass die Angelegenheit wie gewünscht bis zur Einweihung vom Tisch ist, haben die Verantwortlichen nicht hinbekommen.

Kima beschränkte sich in seiner Betrachtung nicht auf den Glaserkopf, sondern sprach auch über den Zwist zwischen Windkraftgegnern und -befürwortern im Allgemeinen. „Diese beiden Minderheitenlager“ – denn das Gros der Bevölkerung, so Kima, stünde Windparks eher gleichgültig gegenüber – „führen einen teilweise fanatischen Glaubenskrieg.“ Er wünsche sich in der Auseinandersetzung mehr Gelassenheit.

Landkreis auf dem Weg zu 80 Prozent Erneuerbarer Energie

Eine Ansicht, die auch Ulrich Hoehler, als erster Landesbeamter Abgesandter des Kreises, teilt. „Ruhe und mehr Sachlichkeit“ wünsche er sich, gerade auch mit Blick auf kommende Windpark-Projekte wie jenes – äußerst umstrittene – am Zeller Blauen. Der Kreis, so Hoehler, sei auf einem guten Weg „hin zu 80 Prozent erneuerbaren Energien“, und dabei sei Windkraft nun einmal ein wesentlicher Baustein.

Dieser Baustein, erklärte Regierungspräsidentin Schäfer, sei „ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir zu unserer Verantwortung stehen“. Der Windpark trage seinen Teil zur Energiewende bei. „Natürlich sieht man Windkraftanlagen in der Landschaft“, sagte Schäfer. Aber man könne sie restlos zurückbauen – im Gegensatz zu Atomkraftwerken.

Planungen für viertes Windrad nicht mehr in diesem Jahr

Schäfer bedauerte indes, dass „der Wind schärfer und die Diskussionen nicht fairer geworden“ seien. Dies auch mit Blick auf die Diskussion um die Genehmigungsverfahren. Das Regierungspräsidium hatte vor Kurzem dem Bau eines weiteren Windrads am Glaserkopf stattgegeben, indem es Widersprüche gegen den Bau seitens einiger Anwohner zurückgewiesen hat.

„Wenn wir so etwas entscheiden, dann hat das Hand und Fuß und ist nicht politisch motiviert“, sagte Bärbel Schäfer mit Blick auf den Argwohn einiger Windkraft-Gegner. „Das fußt auf rechtsstaatlicher Grundlage.“

Das vierte Windrad am Glaserkopf ist im Übrigen immer noch Thema bei der EnBW: In diesem Jahr, so Ulrich Stark, werde zwar nichts mehr passieren, weil die Frist zu knapp und außerdem eine juristische Auseinandersetzung zu erwarten sei. „Aber wir wollen die Anlage trotzdem perspektivisch gesehen bauen“, so der Pressesprecher.

Als nächstes habe aber das Priorität, was sich Betreiber und auch viele Hasler wünschen: „Die Hasler mögen ihren Windpark“, sagte Helmut Kima. „Aber wir würden ihn noch besser finden, wenn sich alle drei Anlagen drehen würden.“