Beim Eintritt durch den schmalen und niedrigen Felsentunnel heißt es erst einmal "Kopf einziehen" für die Konzertbesucher in der Erdmannshöhle. Dann zeigt sich die außergewöhnliche Kulisse für diesen Auftritt der Band "Station Four". Im "Tempel" hat die Band ihre Bühne vor den mächtigen Felsformationen aufgeschlagen.

Dicht gedrängt stehen die 150 Zuschauer – das Konzert war schon Tage zuvor ausverkauft gewesen – auf den Steintreppen. Die stimmungsvolle Beleuchtung verwandelt die Szenerie in ein surreales Schauspiel. Außerdem hat die ungewöhnliche Location einen entscheidenden Vorteil: "Probleme mit den Nachbarn wegen Lärmbelästigung bekommen wir heute sicher nicht", witzelt Frontman Heiko Trefzger.

Band und Akustik

Die Set-Liste, die die vier Jungs von Station Four in die Höhle mitgebracht haben, ist eher auf der Balladenseite des klassischen Rocks angesiedelt. Heiko Trefzger (Gesang und Keybord), Uwe Tittmann (Gitarre), Björn Bellmann (Bass) und Nico Kapitz (Schlagzeug) – später steigt Altrocker Lothar „Ringo“ Bauer für einen Gastauftritt am Schlagzeug mit ein – haben aber zum Beispiel auch "Come together" von den Beatles im Repertoire.

Mit "Johnny B. Goode" und "Blue Suede Shoes" gibt’s noch einen Ausflug in den Rock 'n' Roll. Bei Springsteens melancholischer Rockballade "The River" kann Trefzger sein Talent an der Mundharmonika zeigen. Auch die Eigenkompositionen ("Eleven", "Last few Words to my Baby") fügen sich perfekt in die rockig-balladige Set-Liste.

Zum Schluss hat noch Heiko Trefzgers Tochter Lynn – von lautem Applaus begleitet – ein Gastauftritt mit der Blockflöte. Die Akustik in dem naturgeschaffenen Konzertsaal ist außergewöhnlich gut. Sie eignet sich nicht nur für Chöre oder Blaskapellen, sondern genau so für eine Rockband.

Publikum

Das Publikum, bunt gemischt in allen Altersklassen, braucht am Anfang etwas Zeit, um in der kühlen Höhle aufzutauen. Wildes Headbangen oder Mittanzen ist in den dicht gepackten Zuschauerreihen auf den feuchten und rutschigen Treppenstufen sowieso nicht möglich. Aber spätestens nach einer halben Stunde sind dann alle voll dabei und singen die bekannten Rocktexte mit. Am Ende wird das geglückte Experiment mit viel Beifall goutiert.