Seit einigen Tagen drehen sich die Rotoren beinahe unablässig: Die drei Windkraftanlagen auf dem Hasler Glaserkopf laufen zwar noch im Testbetrieb, dies dafür aber recht fleißig. Die drei Kraftwerke haben bereist die ersten Kilowattstunden Strom eingespeist. Nach Auskunft der Firma EnBW – Betreiber des Windparks – soll der Regelbetrieb in wenigen Tagen aufgenommen werden.

Fast im Gleichschritt mit ihren „Artgenossen“ auf dem benachbarten Rohrenkopf drehen sich die Rotoren mit einem Durchmesser von 126 Metern. Von Weitem sind die Unterschiede zwischen den Anlagentypen am Glaserkopf und am Rohrenkopf kaum zu erkennen. Erst von Nahem betrachtet fallen die Details auf: Die Windräder sind mit 149 Metern Nabenhöhe zwar gleich hoch, aber der Rotordurchmesser ist am Glaserkopf noch ein Stück gewaltiger als bei den benachbarten Gersbacher Windrädern mit 115 Metern. Außerdem nutzen die Hasler Anlagen des Herstellers Vestas ein anderes Getriebe in einem größeren Getriebegehäuse als die Enerkon-Kraftwerke der Elektrizitätswerke Schönau (EWS) am Rohrenkopf in Gersbach.

Am Glaserkopf werden die letzten Vorbereitungen für den Regelbetrieb getroffen. Techniker sind nach Aussage der EnBW keine mehr auf dem Berg unterwegs. Der Energieversorger steuert den Probelauf der Anlagen von seiner Leitstelle in Barhöft im Landkreis Vorpommern-Rügen an der Ostsee. Von der dortigen Warte werden alle EnBW-Windkraftanlagen ferngesteuert. Während des Testbetriebs, so erklärt EnBW-Pressesprecher Ulrich Stark, laufen die Rotoren fast wie bei Normalbetrieb. „Es geht noch um Feinheiten“, sagt Stark – also darum, ob im Innern der riesigen Kraftwerke alles rund läuft. ?

Indes sind die Waldwege rund um die Baustellen am Glaserkopf wieder frei passierbar. Für die Dauer der Bauarbeiten waren die Zufahrten für Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker gesperrt – auch um Schaulustige aus Sicherheitsgründen von der Baustelle fernzuhalten. Für das Frühjahr hat die EnBW eine Renaturierung angekündigt: Dort, wo der Wald für den Bau der Windräder gerodet werden musste, sollen neue Bäume gepflanzt werden.

Die drei Windenergieanlagen vom Typ Vestas V 126 mit einer Leistung von je 3,3 Megawatt pro Windrad bringen laut EnBW im Dauerbetrieb eine Gesamtleistung von maximal 9,9 Megawatt. Pro Anlage und Jahr werden demnach rund 7000 Tonnen CO2 eingespart.

Die EnBW hat ein Projekttagebuch ins Internet gestellt, in dem Nutzer den Bau des Windparks Schritt für Schritt nachverfolgen können. Auf der Website sind Fotos von den ersten Schritten über die Rodung der Baustellen, die Betonierung der Fundamente, die Anlieferung der Windkraftanlagen bis hin zum Bau der ersten Anlagen zu sehen. Der Film im Internet: mehr.bz/tagebuch-glaserkopf