Wie in jedem Jahr konnte Hasels Bürgermeister Helmut Kima auch diesmal eine große Zahl Bürger, Gemeinderäte, Vereinsvertreter und besonders auch Haseler Neubürger zum Neujahrsempfang im Bürgerhaus begrüßen. Kima hielt einen Rückblick auf das Jahr 2017 – auch zum Reizthema Windpark.In seinem Rückblick ging der Bürgermeister besonders auf die Situation in der Finanzen ein. Hasel habe zwar nur etwa halb so hohe Steuereinnahmen wie der Landkreis im Schnitt (592 Euro pro Einwohner gegenüber 1209 Euro), dafür liege aber die Pro-Kopf-Verschuldung auch gerade mal bei einem Drittel (463 Euro gegenüber 1314 Euro). "Das zeigt, dass wir sparsam und gegenüber der nächsten Generation verantwortungsbewusst gewirtschaftet haben", kommentierte der Bürgermeister. Die Gemeinde habe in den letzten beiden Jahren Rücklagen aufbauen können, die inzwischen fast die Höhe der Schulden erreicht haben. Die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen habe über privat angemieteten Wohnraum realisiert werden können. Die Neubürger haben auf vier verschiedene Wohnungen verteilt werden können. Ein fünfter Standort im Schulhaus werde gerade renoviert. Dort soll Ende des Monats eine siebenköpfige Familie aus Afghanistan einziehen. "Damit haben wir dann unsere diesjährige Zuteilungsquote auch schon erfüllt", stellte Helmut Kima erfreut fest.

Beim Jahresempfang 2017 hatte Helmut Kima mit keinem Wort den Windpark am Glaserkopf erwähnt. Aufgrund der Ereignisse der letzten Jahre wollte der Bürgermeister nun aber Stellung beziehen. Vorstellungen von Energiedienst und EnBW seien 2012 in einen Nutzungsvertrag gemündet. Übrigens, so Kima, zu einem Zeitpunkt, als in Schopfheim Beratungen über die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans Wind erst begonnen wurden.

Das Verfahren, das dann von der Nachbarstadt gewählt wurde, hatte aus Sicht des Bürgermeisters von Hasel nichts mehr mit Objektivität oder Neutralität zu tun. Während von Hasel weder gegen das Genehmigungsverfahren für den Windpark Rohrenkopf noch gegen den Flächennutzungsplan Einwände vorgetragen worden seien, sei das Haseler Vorhaben bis zuletzt torpediert und schikaniert worden "mit allen erdenklichen, auch rechtlichen Mitteln". In den letzten vier Jahren sei ihm ein gewaltiger Kamm geschwollen, gestand Helmut Kima. Nicht, weil er so ein harmoniebedürftiger Mensch sei, sondern weil er das Klima zwischen Schopfheim und Hasel nicht weiter belasten wollte. Dass ein Verhältnis zwischen Nachbargemeinden auch ganz anders aussehen könne, habe die Stadt Wehr gezeigt. Auch Wehr habe unter den Transporten zur Baustelle Glaserkopf gelitten. Aber es habe keine lautstarken Proteste aus Wehr gegeben, sondern die Belastungen seien mitgetragen worden. Für diese Haltung wollte sich Helmut Kima ausdrücklich herzlich bedanken. Für diesen Dank und seine Ausführungen, die Helmut Kima als "Real-Satire" verstanden wissen wollte, erhielt er langen und lauten Applaus der Haseler Bürger.