Hasel (pale) Dem Schwarzwald geht es nicht allzu gut, dies hat auch Auswirkungen auf den Hasler Wald. In der Sitzung des Gemeinderats am Montag erläuterte Forstbezirksleiter Bernhard Schirmer den Forstwirtschaftsplan 2020. Seine Ausführungen ließen aufhorchen. „Die Auswirkungen des Klimawandels schlagen hier voll durch“, meinte Schirmer.

Es begann im Januar letzten Jahres mit dem Orkan „Burglind“, der allein dem Landkreis Lörrach einige Tausend Festmeter Sturmholz bescherte. Zudem war 2018 das heißeste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dieser Hitzetrend setzte sich 2019 fort. Hinzu kam eine anhaltende Trockenheit. Zahlreiche Bäume sind wegen der Dürre abgestorben. Die einzigen Nutznießer der klimatisch veränderten Bedingungen sind die Borkenkäfer, sagte Bernhard Schirmer.

Diese haben sich 2018 und 2019 rasant vermehrt und entsprechend großen Schaden angerichtet. Der Reaktionsmechanismus der Bäume gegen die Schädlinge funktioniere aufgrund von Wassermangel nicht mehr hinreichend. Flächig abgestorbene Fichten, Tannen und Buchen sind zu beklagen. Der Schadholzanteil beträgt im Landkreis etwa 80 000 Festmeter, was die Kapazität der Sägewerke übersteige. „In solch einem Ausmaß hatten wir das bisher noch nie“, gesteht der Forstfachmann.

Er gab zu bedenken, dass der Wald mehr als die Summe seiner Bäume sei. Er erfülle vor allem auch eine Klimaschutzfunktion und diene der Erholung. Um der Borkenkäferplage Herr zu werden, müssten die befallenen Bäume abgeholzt und noch vor dem Ausflug der Insekten abgefahren werden. Zudem sei der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht zu vermeiden.

Langfristig sei ein „klimastabiler Umbau“ des Waldes zu erwarten, prophezeite der Forstprofi. Der Bestand an Fichten und Buchen werde zurückgehen. Durch Abholzung entstandene Kahlflächen würden mit Tannen, Douglasien, Eichen und weiteren Baumarten bepflanzt. Damit einher gehe zwingend die Regulierung der Wildbestände durch die Jäger. Nach den Worten Schirmers werde die Änderung des Landschaftsbildes sicherlich zu Konflikten und Diskussionen führen. Jetzt, wo die Auswirkungen des Klimawandels dramatisch spürbar werden, gehe es aber schlichtweg um Schadensbegrenzung, und dies sei eine „Generationenaufgabe“.

Für Waldbesitzer wird durch all die Maßnahmen die wirtschaftliche Situation schwieriger. Einkommensverluste und höhere Aufarbeitungskosten werden sich kaum vermeiden lassen. Bernhard Schirmer dazu: „Das kann mittel- und langfristig nur mit massiven staatlichen Finanzhilfen funktionieren.“ Es gab aber auch Positives zu vermelden: Das Schadensbild im Gemeindewald Hasel ist, abgesehen von Käferschäden im Privatwald, vergleichsweise gering. Bürgermeister Helmut Kima dankte Schirmer für den „besorgniserregenden Bericht“.

Doch aller Widrigkeiten durch Klima und Borkenkäfer zum Trotz: Die forstwirtschaftliche Planung in Hasel für das Jahr 2020 kann sich sehen lassen. Ausgaben von knapp 40 000 Euro stehen Einnahmen von rund 77 000 Euro gegenüber – das ergibt einen zu erwartenden Überschuss von 37 000 Euro. Der solide gestaltete Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr wurde dann auch von den Gemeinderäten einstimmig verabschiedet.