Mit einem Festwochenende am 29. und 30. Juni feiert der Musikverein Hasel (MVH) in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. In einer kleinen Serie blicken wir auf Geschichte und Wirken des Vereins, der Zeit seines Bestehens ein wichtiger Kulturträger im Höhlendorf ist.

Nahezu 100 Jahre lang hatte man angenommen, dass der Vorgängerverein des heutigen Musikvereins, die Feuerwehrmusik Hasel, seit 1884 bestehen würde, soweit reichten deren historische Unterlagen zurück. Daher feierte die Feuerwehrmusik Hasel 1934 ihr 50-jähriges Bestehen. Im Jahre 1954 versicherte dann der damalige Ratsschreiber Richard Geiger senior in einer eidesstattlichen Erklärung, dass die Feuerwehrmusik schon 1879 gegründet wurde. Aufgrund dieser Aussage feierte der 1948 in „Musikverein Harmonie“ umbenannte Verein im Jahre 1954 – also nur 20 Jahre nach dem 50-Jährigen – sein 75-jähriges Bestehen.

Musikverein älter, als gedacht

Fünf Jahre später wurde neben der Feier zum 80-jährigen Bestehen gleichzeitig ein Bezirksmusikfest ausgerichtet. Erstmals in der Geschichte des Vereins wurde auf dem Festplatz „Unter den Mauern“ ein großes Festzelt aufgestellt. Auf der Suche nach historischen Belegen für das 100-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hasel im Jahre 1968 fanden sich im Gemeindearchiv die Originale der Gründungsakten der Feuerwehrmusik.

Aus diesen ging klar hervor, dass deren Gründungsjahr schon im Juli 1869 war. Diese Erkenntnis warf die Geschichte des MVH erneut durcheinander. Nachdem der Gründungszeitpunkt nun klar war, feierten die Musiker 1969 das nun offizielle 100-jährige Bestehen. Wieder mit einem Bezirksmusikfest verbunden wurde im Festzelt beim Sportplatz vier Tage lang gefeiert. Der MVH bestand im Jubiläumsjahr neben dem Dirigenten, Wolfgang Maurer aus Wehr, aus 23 aktiven Musikanten und 123 Passivmitgliedern sowie acht Ehrenmitgliedern.

Musiziert wurde im Höhlendorf aber eigentlich schon vor der Feuerwehrmusik. Anno 1860 bestand in Hasel ein Streichorchester. Als lose Vereinigung fanden sich die Streicher aber nur zum gelegentlichen Spielen zusammen. Die wenigen Musiker, die dann 1869 die Feuerwehrmusik ins Leben riefen, erhielten noch keinerlei Unterstützung. Sie mussten Instrumente und Notenmaterial selbst beschaffen und auch den Dirigenten selbst bezahlen.

In den vorhandenen Unterlagen ist von 1884 bis 1886 ein Friedrich Jost als erster Dirigent überliefert. Mit der für das Dorfleben gewonnenen Bedeutung erhielt die Feuerwehrmusik anno 1886 von der Gemeinde erstmals finanzielle Unterstützung. Die Proben wurden jahrelang im Hause von Ernst Geiger abgehalten. Ein erstes Probelokal konnte man dann im Gasthaus Krone einrichten. Im Jahre 1902 stellte die Gemeinde im Rathaus einen Probenraum zur Verfügung. Zum Stillstand kamen alle Aktivitäten der Feuerwehrmusik mit Beginn des Ersten Weltkriegs.