Vom 20. bis 22. Juli feiert die Freiwillige Feuerwehr Hasel (FFH) mit einem Festwochenende ihr 150-jähriges Bestehen. Anno 1868 haben sich in Hasel 61 Bürger entschlossen, bei Brandfällen ihren Mitbewohnern Hilfe zu leisten – die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr in Hasel. 150 Jahre später ist die FFH eine schlagkräftige und aktive Feuerwehr. Für uns Anlass, die Geschichte der Feuerwehr in einer Serie zu beleuchten.

Am 9. Juli 1868 wurde die Feuerwehr Hasel offiziell gegründet. Sie ist eine der ältesten im Kreis Lörrach. Nur die Feuerwehren in Schönau (1856), Todtnau (1858) und Lörrach (1859) sind älter. In der engeren Nachbarschaft waren zuvor die Feuerwehren Säckingen (1859) und Wehr (1860) gegründet worden.

Der Anstoß zur Gründung der Hasler Wehr kam von Johann Georg Meyer, dem Besitzer der Mechanischen Weberei im Klingental. In den Jahren 1858 und 1864 wurde seine Weberei von zwei großen Bränden heimgesucht. Dadurch angeregt beschloss Meyer, mit Bürgern aus Hasel und Gersbach eine Feuerwehr zu gründen.

Bei der Gründung entschieden die 61 freiwilligen Wehrleute, die notwendige Einsatzkleidung sowie Helm und Gurt auf eigene Kosten anzuschaffen. Man wollte die ohnehin klamme Gemeindekasse nicht belasten. Von Anfang an sah man die Aufgabe darin, die Dorfbewohner sowie deren Häuser und Höfe vor Brandschäden zu schützen. Inzwischen sind noch viele andere Rettungs- und Hilfsaktionen hinzugekommen. „Gott zur Ehr’ – dem Nächsten zur Wehr“ – unter diesem Leitsatz hat auch die Hasler Feuerwehr während 150 Jahren in unzähligen Not- und Katastrophenfällen erste und wertvolle Hilfe geleistet.

Die ehrenamtliche und nicht ungefährliche Arbeit geschieht aus Idealismus zum Schutz von Leben und Eigentum der Mitbürger. Bis etwa zum 12. Jahrhundert standen die Bürger vielen verheerenden Feuersbrünsten meist machtlos gegenüber. Die von Obrigkeiten verkündeten Anweisungen zum Feuerlöschen wurden oft nicht befolgt. Erst ab dem 14. Jahrhundert entwickelten mittelalterliche Stadtverwaltungen eigene Feuerordnungen, worin die Bevölkerung aufgefordert wurde, mit Eimern und Bütten Löschhilfe zu leisten. Eine Wende brachte die Erfindung der ersten manuellen Feuerspritze Mitte des 17. Jahrhunderts. In Baden wurde am 24. Oktober 1715 eine wirkungsvollere Feuerverordnung herausgegeben. Ab da gehörte es zur Pflicht der männlichen Bürgerschaft, ihren Mitbürgern bei Feuer beizustehen.

Im Gegensatz zu heute, wo effiziente Löschfahrzeuge zu Verfügung stehen, war die frühere Ausstattung zur Brandbekämpfung eher dürftig. In einem Inventarverzeichnis der Gemeinde Hasel von 1758 sind in der Rubrik „Feuergerätschaften“ vermerkt: eine hölzerne Feuerspritze, 27 Feuereimer und zwei Feuerhaken. Da die Häuser meist aus Holz bestanden und die Dächer mit Stroh bedeckt waren, konnte man mit diesen Geräten nur wenig bewirken, zumal es noch keine geordnete Feuerwehr gab. Im Zuge der industriellen Fortentwicklung wurden auch die Feuerwehren immer besser mit Gerätschaften ausgestattet und wehrhafter geordnet – so auch in Hasel.