Trotz strenger Auflagen wegen der Corona-Krise wird das Waldfreibad Höchenschwand/Häusern am kommenden Samstag, 20. Juni, um 10 Uhr öffnen. „Wir haben lange auf die Vorgaben vom Land Baden-Württemberg gewartet und jetzt, auf dessen Empfehlung hin, ein Konzept erstellt, mit dem das Erforderliche gegeben ist“, berichtet der Vorsitzende des Fördervereins Waldfreibad, Rainer Schwinkendorf.

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Dazu habe man sich mit den beiden Bürgermeister Sebastian Stiegeler (Höchenschwand) und Thomas Kaiser (Häusern) besprochen und sei sich mit ihnen einig: „Dieses Konzept muss sein, damit das Freibad im überschaubaren Rahmen zu betreiben ist und es durch die Maßnahmen verhindert wird, dass es zu einem Hotspot der Infektionen im Kreis Waldshut werden kann.“ Trotz allem müsse man große Menschenansammlungen verhindern.

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„Wir wollen unserem Stammpublikum das Schwimmen ermöglichen, weil darunter viele ältere, behinderte, kranke Menschen sind, die die Bewegung brauchen“, erklärt Schwinkendorf. Dafür werde man das Schwimmbad öffnen, nicht um Geld zu verdienen, nicht um Rekordzahlen zu brechen, das sei dieses Jahr ohnehin ausgeschlossen. Habe man bei schönem Wetter in den vergangenen Jahren oftmals 1000, manchmal mehr Gäste gezählt, dürften es jetzt eben nur 350 gleichzeitig anwesende Gäste sein. Die geltenden Regeln müssten mit großem Aufwand umgesetzt werden und man sei auf das verständnisvolle Verhalten der Badegäste angewiesen.

Vorerst sei es ein Teilbetrieb. Das heißt, um 10 Uhr werde geöffnet, um 13 Uhr wieder geschlossen, bis spätestens um 14 Uhr müssten die Gäste das Bad verlassen haben. In den folgenden zwei Stunden, bis man um 16 Uhr erneut öffne, könnten die Handläufe desinfiziert und überhaupt die Hygiene auf den erforderlichen Stand gebracht werden. Nach dem Schließen um 19 Uhr werde erneut alles desinfiziert.

Jeder Gast müsse seine Kontaktdaten auf einer Liste eintragen und sich beim Verlassen mit Uhrzeit austragen. Abstand halten sei das oberste Gebot. In den Sammelumkleidekabinen habe man die Bänke entfernt. Überall, wo Annäherung stattfinden könnte, müsse man überwachen. Des Weiteren werden die Türen auf bleiben. „Ich will, dass so wenig wie möglich berührt wird, weil das, was berührt wird, ständig desinfiziert werden muss.“ Auch zwischen den Schließfächern werde der nötige Abstand von 1,50 Meter eingehalten.

Leitsystem

Pfeile werden den Gast durchs Bad und am Ende seines Besuches wieder hinausführen. Witzige, von Schwinkendorf entworfene Schilder, machen unter anderem darauf aufmerksam, den Abstand einzuhalten. Oder weisen auf die Maskenpflicht im Eingangsbereich und in den sanitären Anlagen hin. „Zur Diskussion mit irgendwelchen uneinsichtigen Menschen haben wir keine Zeit, die Vorgaben müssen eingehalten werden“, unterstreicht Schwinkendorf.

Bernd Fromm fertigte zehn Ständer für Desinfektionsmittelspender. So könne man sich die Hände an jeder Ecke desinfizieren. Im Becken steht die „Einbahnstraßenregelung“ fest, Gegenverkehr müsse vermieden werden. Für die 50 Meter Länge des Beckens seien zehn Leute hintereinander zugelassen.

„Bei sieben Bahnen sind es 70 Leute, das kann ich zählen, das ist übersichtlich“, sagt Schwinkendorf. Man dürfe nicht aufschwimmen, das Überholen sei nicht erlaubt und so weiter. Rutsche und Beachvolleyballplatz bleiben gesperrt. Ein Pulk dürfe nicht entstehen, deswegen gebe es vorläufig kein Nichtschwimmerbecken. Das sei für manche Gruppen bedauerlich, wie etwa für Familien. Aber das, was ein Schwimmbad mit Attraktionen ausmacht, gehe eben in diesem Jahr verloren.

Nur Schwimmen und sonnen

Zunächst gehe es nur darum, dass die Gäste schwimmen und etwas in der Sonne liegen können, mehr habe man im Augenblick nicht, macht der Vorsitzende deutlich. So werde das schätzungsweise vier Wochen lang gehen. Vielleicht gebe es bald Lockerungen, damit das Baden wieder mehr Spaß macht, weil man dann gewisse Bereiche wieder anders betreiben könne.

„Ich bin guten Mutes, dass das alles funktioniert, aber wir brauchen die Mithilfe der Badegäste“, sagt der Vereinsvorsitzende. Erschwerend komme die Aussage von Bonndorfs Bürgermeister Michael Scharf hinzu, der als Vorsitzender des Kreisverbands der Bürgermeister gesagt hatte, man könne die Vorgaben nicht umsetzen. Das sei nicht richtig, widerspricht Schwinkendorf und ergänzt:. „Wenn man nicht so viel Minus machen will, wegen beispielsweise zusätzlicher Personalkosten, verstehe ich das, aber bitte das auch so sagen und nicht diese Verordnung in Vordergrund stellen.“

Mit dem Vorverkauf bis einschließlich nächsten Freitag sei er jetzt schon zufrieden, bis jetzt habe man trotz der bisherigen Ungewissheit, ob das Bad öffnen kann, etwa 160 Karten verkauft und wer weiß, vielleicht kommen nun, wo die Leute von der Öffnung wissen, noch weitere hinzu.

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