Der zweite Lockdown innerhalb eines Jahres trifft die Gastronomie erneut hart, aber mehr noch beunruhigt der Blick in die Zukunft. Die Zeit des Stillstandes nutzen Gastronomen zum Teil für kleinere Renovierungsarbeiten – auch in St. Blasien und Häusern. Von größeren Investitionen sehen sie zunächst aber ab.

Wenig Verständnis äußerten zahlreiche Gastronomen aus der Region für die erneute Schließung ihrer Betriebe im November. Man habe sich in den vergangenen Monaten streng an die Hygienevorschriften gehalten, Ansteckungen in Gastronomiebetrieben seien in der Region nicht bekannt geworden, hieß es im Gespräch.

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Manche Betriebe trifft der erneute Lockdown hart, andere weniger, denn sie hatten für November ohnehin Betriebsferien geplant. Anders Matthias Hammelehle vom Hotel Albtalblick in Häusern. Er sagt, sein Haus sei üblicherweise an 365 Tagen in Jahr geöffnet. Auch im November sei das Hotel meist gut ausgelastet. Den Lohn für seine Mitarbeiter, die sich derzeit in Kurzarbeit befinden, hat er auf 80 Prozent aufgestockt, damit diese über die Runden kommen. Das nage schon an den Reserven, erklärt Hammelehle, der indes auf die zugesagten Hilfen hofft.

Banger Blick auf Infektionsschutzgesetz

Nervös mache ihn aber ganz etwas anderes, fuhr er fort: Das neue Infektionsschutzgesetz. Darin sei geregelt, dass künftig die Gastronomie für die Dauer von vier Wochen auch ohne Ausgleichszahlungen heruntergefahren werden könne, so seine Begründung. Dies werde künftig Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Gastronomie unattraktiv machen, befürchtet der Unternehmer.

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Während des ersten Lockdowns im Frühjahr wurde das hoteleigene Schwimmbad renoviert. Derzeit ist lediglich der Austausch der Fahnenmasten vor dem Gebäude geplant. Und auch neue Möbel für die Terrasse will Hammelehle anschaffen. Eine größere Investition ist zwar geplant, man überlege derzeit jedoch, diese einige Zeit aufzuschieben, erläutert er.

Lockdown trifft Betriebe hart

Im Domhotel in St. Blasien wird derzeit ebenfalls renoviert. Man nutze den Lockdown, um einige Arbeiten im Restaurantbereich zu erledigen, erklärt Inhaber Wolfgang Brodmann. Diese seien aber ohnehin geplant gewesen, nun nutze man eben die Zeit. Der Lockdown treffe seinen Betrieb hart, auch wenn er ab dem 23. November ohnehin Betriebsferien geplant habe, so Brodmann weiter. Und was die angekündigten Hilfen betreffe, gäbe es noch keine diesbezüglichen Informationen, bedauerte er.

In die nähere Zukunft blickt auch Brodmann wenig optimistisch, die Nachfrage sei derzeit gleich null, für die Weihnachtsfeiertage und Silvester sind bei ihm inzwischen zahlreiche Stornierungen eingegangen, sagt der Hotelier.

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Vor großen Problemen steht Heike Müller vom Hotel Bellevue in St. Blasien. Auch für das kleine Frühstückshotel am Kalvarienberg sind über die anstehenden Feiertage kaum Buchungen zu verzeichnen. Da hieße es warten und hoffen, erklärt die Inhaberin in Hinblick auf die angekündigten Hilfen für die Gastronomie.

Aber wann und in welcher Höhe diese kämen, sei ungewiss, derzeit gäbe es noch nicht einmal Antragsformulare. Angesichts der Ungewissheit sehe sie von Renovierungen ab, sagt Heike Müller. Lediglich das Treppenhaus will die Gastronomin nun in Eigenarbeit streichen.

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