In das Land der Märchen entführten die jungen Darsteller des Laientheaters Zeitschleuse (Riedern am Wald) ihr Publikum am Wochenende mit dem Musical „Wanderung im Märchenwald“. Es war auch eine Reise durch die Welt der Emotionen von ausgelassener Freude bis hin zu Besinnlichkeit und Trauer. Die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen vier und 20 Jahren begeisterten ihr Publikum nicht nur als Darsteller und Darstellerinnen, sondern auch durch ihr gesangliches Talent.

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„Lasst die Kinder mit dem Herzen sprechen“, sagte die Autorin des Stückes und Regisseurin Corinna Vogt. Und sie sprachen nicht nur mit dem Herzen, sondern auch zu den Herzen der Zuschauer auf der emotionalen Reise durch den Märchenwald. 42 Märchen hatte Corinna Vogt zu einem Musical zusammengestellt, bei dem einige der Erzählungen in den ineinandergreifenden Szenen nur kurz angerissen, andere ausführlicher auf der Bühne gebracht wurden. Da begegneten die Zuschauer unter anderem Rotkäppchen und dem Wolf, Hänsel und Gretel, dem Froschkönig, Aladin mit seiner Wunderlampe, Aschenputtel, dem tapferen Schneiderlein und vielen anderen mehr.

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Mit dem Erlkönig und dem Zauberlehrling (Goethe) kamen auch klassische Gedichte auf die Bühne. Großartig dargestellt wurde dabei die Verzweiflung des Sohnes, dessen Vater, den von seinem Kind gefürchteten und eingebildeten Erlkönig nicht zu sehen vermag. Rumpelstilzchen dagegen brachte die Zuschauer mit seinen Wutanfällen zum Lachen.

In kürzester Zeit brachten die jungen Darsteller immer wieder ein Wechselbad der Gefühle zu Ausdruck, etwa als die sieben Zwerge, die Jüngsten der Truppe, zu den Worten „ho Zwerge, ho Zwerge“ zunächst fröhlich auf die Bühne marschierten, dann aber stumm das tote Schneewittchen betrauerten.

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Die jungen Darsteller sangen, mit und ohne musikalische Begleitung vom Band oder Keyboard, im Duett, im Sextett oder als Chor. Dabei erklangen Volks- und Kinderlieder ebenso wie Popsongs und Choräle. Ein bekannter Popsong ist „Wunder geschehen“ von Nena. „Wir dürfen nicht nur an das glauben, was wir sehen“, heißt es darin und damit ist die Welt der Magie, in die man die Zuschauer entführen wollte, bestens beschrieben.

Musikalisch sehr eindrucksvoll war auch die Szene, in der eine Pfarrersfrau bekennt, nicht zu verstehen, dass Sünder ewig in der Hölle braten müssen. Begleitet wurde diese Szene von einem Sextett mit dem Choral „Wen nur den lieben Gott lässt walten“. Aber nicht nur Musik, sondern auch Tänze standen an, eine Balletttänzerin zeigten ihr Können, orientalisch ging es zu beim Tanz von Aladin und seinen Tänzerinnen zu und ein Ausflug in die Moderne ließ Roboter tanzen.

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Den Abschluss des Abends machte das Märchen von der hochmütigen Prinzessin, die alle Bewerber um ihre Hand arrogant ablehnt und schlussendlich von ihrem Vater mit einem Bettler verheiratet wird. Der Auftritt des Bischofs, der das Paar traut, wurde zum Vergnügen des Publikums begleitet von dem Ausruf „Monsignore Gänswein“ (aus Riedern am Wald stammender Privatsekretär des emeritierten Papstes Benedikt XVI).

Mit dem Lied „Die Rose“, vorgetragen von zwei jungen Sängerinnen, verabschiedeten sich die jungen Darsteller unter großem Applaus von der Bühne. Aber noch nicht gleich, die „Die Rose“ wurde auf besonderen Wunsch von Bürgermeister Thomas Kaiser noch einmal vorgetragen. Zu dem großen Erfolg der Aufführungen trugen neben den außerordentlichen Leistungen der Darsteller auch die liebevoll geschneiderten Kostüme, die Bühnendekoration und die einfallsreiche Inszenierung sowie die Crew hinter der Bühne bei.