15 Jahre lang stand Patrick Bühler als Kommandant an der Spitze der Freiwilligen Feuerwehr Häusern, nachdem er zuvor fünf Jahre lang als stellvertretender Kommandant tätig war. Vor kurzem schied er nun aus dem Amt. Viel hat sich in den vergangenen 20 Jahren geändert, insbesondere bei der Technik. Und auch der Art der Einsätze hat sich verändert, technische Hilfeleistungen und Unwetterschadenslagen haben zugenommen.

Gerade was die technische Ausrüstung betrifft, hat sich bei den Feuerwehren in den letzten zwanzig Jahren vieles verändert.
Gerade was die technische Ausrüstung betrifft, hat sich bei den Feuerwehren in den letzten zwanzig Jahren vieles verändert. | Bild: Hubert Gemmert

Als 1989, im Jahr, in dem die Häuserner Wehr ihr hundertjähriges Bestehen feierte, die Jugendfeuerwehr gegründete wurde, begann für Patrick Bühler, damals 16 Jahre alt, sein Engagement in der Wehr. Dass sich sein ganzer Freundeskreis der Jugendfeuerwehr angeschlossen hatte, war für Bühler nur einer der Gründe, sich ebenfalls zu engagieren. Ein weiterer Grund war sein Interesse an der Feuerwehr, aber auch an der Technik. Nach der Übernahme in die Aktivwehr folgten Lehrgänge, unter anderem Atemschutz- und Sprechfunkerlehrgänge. Von 1992 bis 2005 war Bühler Chronist der Wehr, von 1992 bis zu seinem Ausscheiden als Kommandant Ausschussmitglied.

Weiterbildung

Während seiner Amtszeit als stellvertretender Kommandant und später als Kommandant absolvierte Bühler ebenfalls zahlreiche Lehrgänge: Gruppen- und Zugführerlehrgänge oder den Lehrgang zum Leiter einer Feuerwehr in der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. Auch Lehrgänge zu speziellen Themen wie den Risiken der Elektromobilität. „Bei der Feuerwehr hören die Lehrgänge nie auf“, sagte Bühler.

In seiner Zeit an der Spitze der Wehr hat sich viel verändert. Die Zahl der Brandeinsätze nahm ab, die der technischen Hilfeleistungen, häufig bei Verkehrsunfällen, und bei Unwetterschadenslagen nahm dagegen zu. Wald- und Flächenbrände treten vermehrt auf. Auch bei der Technik hat sich viel verändert, da müsse man immer am Ball bleiben, sagte der Hauptbrandmeister und nannte als Beispiel das Thema Elektromobilität. Denn schließlich sei bei Elektrofahrzeugen ein anderes Vorgehen erforderlich als bei Benzin- oder Dieselfahrzeugen und auch die Risiken seien andere. Einen Vorteil habe die zunehmende Stabilität der Fahrzeuge: Die Schwere der Verletzungen nehme ab, aber das Rettungsgerät müsse größer dimensioniert werden.

Art der Einsätze ändert sich

Auch bei den Brandeinsätzen habe sich manches verändert, das Entrauchen von Räumen gewinne an Bedeutung und Wärmebildkameras leisten gute Arbeit. Und nicht zu vergessen die Bürokratie, die enorm zugenommen habe. Mehrere große Beschaffungen standen in Bühlers Amtszeit an: die Anschaffung eines Löschfahrzeugs mit hydraulischem Gerät und 2014 der Gerätewagen Logistik mit austauschbaren Rollwagen mit verschiedenen Gerätschaften. Erst kürzlich konnte auf Digitalfunk umgerüstet werden, die letzte Beschaffung in Bühlers Amtszeit, in die auch das Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen der Wehr im Jahr 2014 fiel.

Belastend

So mancher Einsatz sei belastend für die Feuerwehrleute, insbesondere, wenn Kinder und Menschen, die man kenne, betroffen sind, sagte Bühler. Wichtig seien daher Einsatznachbesprechungen, bei denen sich die Wehrleute austauschen und das Geschehen aufarbeiten könnten. Besondere Bedeutung misst Bühler der Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Region bei, die er als Schlüssel für die Zukunft bezeichnete. Die Atemschutz- und Gerätewartung nennt er als Beispiel.