Rund 25 Anwohner im Bereich der Straße Schwandmättle in Häusern haben nun doch noch die Chance zum Anschluss an Nahwärme und Breitband. Nach einer teilweise emotionalen Debatte hat der Gemeinderat nun beschlossen, die Wasserleitung in diesem Bereich zu erneuern, dabei sollen auch Leitungen für die Nahwärme und das neue Breitbandnetz verlegt werden. Die Kosten liegen bei knapp 72.000 Euro.

Auf einer Strecke von rund 180 Metern im hinteren Bereich der Straße Schwandmättle befindet sich die Wasserleitung in einem schlechten Zustand. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Rohrbrüche und zudem Probleme mit einigen Hausanschlüssen. Über eine Erneuerung der Leitung wurde daher nachgedacht.

Nun bietet sich die Gelegenheit, die Erneuerung mit dem Verlegen des Nahwärme- und Breitbandnetzes zu verbinden. Das Unternehmen Solarcomplex, das die Nahwärmeversorgung aufbaut, hatte ursprünglich geplant, den in Rede stehenden Bereich mangels Anschlussnehmer nicht zu berücksichtigen. Die anstehende Sanierung der Wasserleitung ändert aber die Situation.

Solarcomplex ist nun bereit, auch dort eine Nahwärme- und Breitbandleitung zu verlegen und in diesem Zuge die Wasserleitung mitzuverlegen, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser. Die Kosten für die Gemeinde bezifferte er auf knapp 72.000 Euro. Dabei entfallen rund 26.600 Euro auf Material und 20.000 Euro auf die Hausanschlüsse (ab der Hauptleitung einen Meter über die Grundstücksgrenze).

Frage nach Gleichbehandlung

Er wundere sich, dass Solarcomplex anders als ursprünglich geplant nun doch eine Nahwärmeleitung im Schwandmättle legen wolle, sagte Gemeinderat Rainer Schwinkendorf. Es gebe auch andere Ecken, wo es Interesse an der Nahwärme gebe. Die Gemeinde begibt sich in trübes Wasser, befürchtet der Gemeinderat, der mit Beschwerden anderer Bürger rechnet. Es müssten alle gleich behandelt werden, so seine Meinung. Bürgermeister Thomas Kaiser wies, wie auch noch mehrfach im weiteren Verlauf der Gemeinderatssitzung, insoweit nachdrücklich auf die marode und dringend erneuerungsbedürftige Wasserleitung in dem vorgesehenen Bereich und die sich nun auftuende kostengünstige Möglichkeit der Sanierung hin.

Anderer Ansicht als ihr Gemeinderatskollege Schwinkendorf war Sabine Gruhn. Die Gemeinde habe einen Versorgungsauftrag, auch für Telekommunikation. Und wenn sich der Breitbandausbau mit der Nahwärme und der Erneuerung der Wasserleitung verbinden ließe, solle man diese Möglichkeit nutzen. Die Investition diene auch dazu, Menschen an den Ort zu binden.

Patrick Bühler machte sich dafür stark, dass andere Gebiete ebenfalls mit Nahwärme und Breitband angefahren werden. Thomas Schmid vertrat die Meinung, es sei knapp gewesen, dass die Projekte Nahwärme und Breitband überhaupt umgesetzt werden können. Wenn jetzt die Chance bestehe, die Wasserleitung zu erneuern und dabei Geld zu sparen, müsse man diese ergreifen. So sahen dies letztlich alle Gemeinderatsmitglieder, die Entscheidung für das angedachte Vorgehen fiel einstimmig. Er hoffe, dass sich angesichts der Umstände weitere Bürger für einen Nahwärme- und Breitbandanschluss entscheiden, sagte Bürgermeister Thomas Kaiser.