Sprachförderung spielt im Kindergarten „Villa Kunterbunt“ in Häusern eine große Rolle. Seit dem Kindergartenjahr 2020/21 ist Susanna Villinger für die Förderung der Sprachentwicklung im Rahmen des Sprachförderprojekts „Kolibri“ verantwortlich und betreut zweimal wöchentlich für jeweils eineinhalb Stunden sieben Kinder, zumeist mit Migrationshintergrund. Die Sprachförderung macht sich bezahlt, Erfolge sind deutlich sichtbar.

Nach ihrer Elternzeit, der ein Studium der Sozialpädagogik und eine Stelle als Leiterin eines Kindergartens vorausging, suchte Susanna Villinger eine neue Herausforderung und fand diese in einer Weiterbildung zur pädagogischen Fachkraft zur sprachlichen Förderung und Bildung. Seit September 2020 ist die Mutter von zwei Kindern nun im Kindergarten Häusern tätig. Maximal sieben Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren umfasst die von ihr betreute Gruppe, zweimal wöchentlich stehen eineinhalb Stunden Sprachförderung auf dem Programm.

Susanna Villinger und Rabe Rosalie sind ein gutes Team bei der Vermittlung von Sprachkompetenz.
Susanna Villinger und Rabe Rosalie sind ein gutes Team bei der Vermittlung von Sprachkompetenz. | Bild: Christiane Sahli

Betreut werden überwiegend Kinder mit Migrationshintergrund, aber auch Kinder mit Sprachauffälligkeiten. Zum Beispiel Kinder, die nicht alle Buchstaben aussprechen können oder die überhaupt mit der Sprache etwas hinterherhinken. Die Inhalte der Sprachförderung bauen auf den Inhalten des Kindergartenalltags auf und ergänzen diesen, erklärt die Pädagogin, die in ständigem Austausch mit den Erzieherinnen steht.

Sie arbeitet viel mit Bilderbüchern, Bildkarten, Silben und Reimwörtern. Anhand von Wimmelbüchern etwa sollen die Kinder beschreiben, was sie sehen, das Ziel ist die Erweiterung des Wortschatzes. Auch auf die Grammatik wird geachtet. Eine große Hilfe bei der Sprachförderung und überaus beliebt bei den Kindern sei eine Handpuppe: der Rabe Rosalie. Über die Handpuppe erreiche sie die Kinder besser, gerade Kinder mit Migrationshintergrund, die die Sprache nicht so gut beherrschen, würden sich so leichter öffnen, erklärte Susanna Villinger. Besonders wichtig für den Fortschritt in der Sprachbeherrschung sei die Interaktion der Kinder untereinander, denn dadurch vergrößere sich der Wortschatz.

Durch die Sprachförderung werde zudem die sozial-emotionale Entwicklung gefördert. Denn bei geringen Sprachkenntnissen würden sich gerade Kinder mit Migrationshintergrund wenig zutrauen, so die Sprachpädagogin.

Die Sprachförderung mache sich auch im Kindergartenalltag positiv bemerkbar, berichtete Kindergartenleiterin Jutta Neisser. Die Kinder würden sich in der großen Gruppe zunehmend öffnen und seien inzwischen meist auch in der Lage, ganze Sätze zu bilden. In der Sprachförderung seien sie mit Freude bei der Sache. Auch werde kein Kind ausgegrenzt oder ausgelacht, weil es die Sprachförderung in Anspruch nimmt. Und Eltern, mit denen sie in Austausch steht, seien sehr dankbar für das Angebot, ergänzte Susanna Villinger.

Eines betonte sie allerdings: Sprachförderung ersetze keine logopädische Behandlung. Wenn sie bei einem Kind entsprechenden Bedarf sehe, spreche sie eine entsprechende Empfehlung aus. Ob die Eltern dann Therapiemaßnahmen in die Wege leiten, habe sie aber nicht in der Hand.